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Handelspartner Polen: In der EU angekommen?

Die Weltwirtschaft, 2005 (2)

Die Autoren analysieren die Veränderungen der polnischen Handelsmuster, die im Zuge des Übergangs und der Integration in die Europäische Union seit den frühen neunziger Jahren bis zur Vollmitgliedschaft der EU im Mai 2004 eingetreten sind. Die statistische Analyse und ein Gravitationsmodell der polnischen Handelsbeziehungen zeigen, dass das Land erfolgreich in den Gemeinsamen Markt der EU integriert wurde, obwohl der Grad der Integration mit den anderen Mitgliedern erheblich schwankt, insbesondere auf der Exportseite. Deutschland ist der mit Abstand wichtigste Partner unter den ehemaligen EU-15-Ländern. Darüber hinaus bestehen enge Handelsbeziehungen zu den Visegrad-Partnern. Zudem weist ein bedeutender Anteil des Handels mit der GUS darauf hin, dass Polen immer noch als Tor zu den Märkten der Russischen Föderation und der anderen GUS-Staaten dient. Der Produktmix der polnischen Handelsströme spiegelt auch die erfolgreiche Integration des Landes in die internationale Arbeitsteilung wider. Offensichtlich ist die Rolle polnischer Unternehmen nicht auf eine bloße Werkbank für arbeitsintensive, standardisierte Produkte beschränkt. Stattdessen zeigt die Analyse, dass der Technologieinhalt des polnischen Handels erheblich zugenommen hat, was auf die polnische Beteiligung an fortgeschrittenen Produktionsnetzwerken hinweist.