Wirtschaftspolitischer Beitrag

Brexit und Ausländerbeschäftigung in Großbritannien: vom Musterland zum Bollwerk?

Wirtschaftsdienst, 2018, Nr. 8

Der Autor zeigt in einem Rückblick, dass im Zuge der EU-Osterweiterung Großbritannien zu den wenigen EU-15-Länder gehörte, die von Anfang an die Chancen der Freizügigkeit für Arbeitnehmer nutzten. Seitdem weist Großbritannien eine positive Arbeitsmarktentwicklung auf und ist nach wie vor auf Arbeitsmigranten in vielen Bereichen der Wirtschaft angewiesen. In einer empirischen Analyse wird herausgearbeitet, dass die Arbeitsmigration aus den Beitrittsländern kein entscheidender Faktor für das Brexit-Votum war. Es waren eher Verlustängste weniger gebildeter Wähler, die die Vertiefung und Erweiterung der EU als eine Bedrohung ihres sozialen Status und ihrer nationalen Identität betrachten. Als Konsequenz erscheint eine politische Diskussion über eine EU mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ratsam.