Kurzbericht

Zu den möglichen Auswirkungen eines "Brexit"

IfW Box, 2016.3

Am 23. Juni 2016 wird im Vereinigten Königreich, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Europäischen Union, über den Verbleib in der EU abgestimmt. Vor dem Hintergrund einer erstarkenden antieuropäischen UK Independence Party (UKIP) und euroskeptischen Stimmen im eigenen Lager, hatte der konservative Premier David Cameron bereits im Januar 2013 ein Referendum über den Austritt aus der Europäischen Union bis spätestens 2017 angekündigt. Das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union im Februar 2016 stand daher besonders im Zeichen des so genannten „Brexit“, des möglichen Ausstiegs des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Für den Fall eines Verbleibs in der EU konnte die Regierung von David Cameron den anderen Mitgliedsstaaten einige Zugeständnisse abringen. So sollen unter anderem die Mitspracherechte nationaler Parlamente gestärkt und die Ausnahme des Vereinigten Königreichs aus dem Integrationsziel einer „immer engeren Union“ formalisiert werden und Sozialleistungen an EU-Binnenmigranten restriktiver gestaltet werden können. Falls die Briten sich dennoch gegen eine Mitgliedschaft in der EU entscheiden, stellt sich die Frage nach den wirtschaftlichen Konsequenzen; diese hängen jedoch maßgeblich davon ab, welche vertraglichen Beziehungen an die Stelle einer britischen Vollmitgliedschaft treten.