Kurzbericht

Lehren aus der Vergangenheit? Die Integration der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg

IfW Box, 2016.13

In der aktuellen Debatte um die Flüchtlingskrise wird häufig ein historisches Vorbild bemüht: Die Integration der Vertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg. Bis 1950 kamen alleine nach Westdeutschland acht Millionen Vertriebene aus Mittel- und Osteuropa, die meisten von ihnen aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches. Die Vertriebenen machten 1950 fast 17 Prozent der westdeutschen Bevölkerung aus. Ihre Integration wurde in den ersten Nachkriegsjahren angesichts der Kriegszerstörungen und der Größe des Zustroms als kaum lösbare Aufgabe angesehen. Bis Ende der 1950er Jahre wandelte sich die Perspektive jedoch: Die Vertriebenen wurden nun mehr und mehr als besonders mobile und qualifizierte Arbeitskräfte betrachtet, die Nachkriegsdeutschland dringend benötigte. Spätestens mit der Auflösung des Bundesministeriums für Vertriebene und Flüchtlinge 1969 galt die Integration als erfolgreich und weitgehend abgeschlossen.

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