Konjunktur

Die Winterprognose des IfW vom 12. Dezember 2018


Konjunkturprognostik als Teil der angewandten Makroökonomik verbindet theoretische Erkenntnisse mit empirischer Forschung. Gleichwohl bleibt die Zukunft genuin unsicher. Konjunkturforscher sind niemals deterministischen Entwicklungen, sondern typischen Prozessmustern auf der Spur. Ökonomische Prozesse sind das Ergebnis menschlichen Handelns, das sich innerhalb des jeweiligen Ordnungsrahmens grundsätzlich ergebnisoffen, aber nicht rein zufällig vollzieht. Die in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erkennbaren Regelmäßigkeiten bilden daher die Grundlage der wissenschaftlichen Konjunkturanalyse. Neben der Grundlage für planvolles ökonomisches Handeln (z. B. Finanzplanung der öffentlichen Hand) leistet die prognostische Verbindung von Theorie und Empirie einen wichtigen Beitrag, um frühzeitig auf nicht-nachhaltige Entwicklungen hinzuweisen und so der Wirtschaftspolitik und unternehmerischen Entscheidungsträgern wichtige Signale liefern.

Wissenschaftliche Prognosen zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie exakt eintreffen müssen, sondern dadurch, dass sie intersubjektiv nachvollziehbar sind. Neben dem methodischen Fundament sind daher die Erläuterung der Annahmen, die Plausibilisierung von Setzungen sowie die Risikoansprache für die adäquate Rezeption von Konjunkturprognosen unerlässlich. Nur so kann aus Fehlern gelernt und die Prognosearbeit kontinuierlich verbessert werden.

In the economic sphere, an act, a habit, an institution, a law produces not only one effect, but a series of effects. Of these effects, the first alone is immediate; it appears simultaneously with its cause; it is seen. The other effects emerge only subsequently; they are not seen; we are fortunate if we foresee them. 

(What Is Seen and What is Not Seen)

Frédéric Bastiat