Konjunkturbericht

Economic Assessment of the Euro Area: Winter 2019/2020

Euroframe Prognose, 2020-1 Download

Dieser EUROFRAME Report enthält eine Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung in den Jahren 2020 und 2021 im Euroraum sowie im Vereinigte Königreich und den mittel- und osteuropäischen Staaten. Demnach ist die Verlangsamung der Konjunktur in Europa zuletzt zum Ende gekommen und eine, wenn auch nur sehr allmähliche Beschleunigung der wirtschaftlichen Expansion zu erwarten. Im Jahresdurchschnitt ist mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum um 1,1 im Jahr 2020 und 1,3 Prozent im Jahr 2021 zur rechnen. Ungeachtet der weiterhin recht mäßigen Produktionszunahme wird sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verbessern. Die Arbeitslosenquote dürfte 2021 auf 7,2 Prozent fallen und damit niedriger sein als vor der Krise im Jahr 2008. 

Die Konjunkturabschwächung im Euroraum im vergangenen Jahr war von einer rückläufigen Industrieproduktion getrieben. Die Entwicklung in der Industrie und die Rückwirkungen auf andere Sektoren werden in dem Bericht in den Fokus genommen. Wichtige Ergebnisse sind, (1) dass die Entwicklung in der Industrie sich stark von Land zu Land unterscheidet, (2) dass die übrige Wirtschaft im Allgemeinen angesichts günstiger Finanzierungsbedingungen, einer niedrigen Inflation und robuster Arbeitsmärkte weiter deutlich aufwärts gerichtet blieb, und (3) dass die Talsohle in der Industrie vor dem Hintergrund einer allmählichen Verbesserung des Wirtschaftsklimas weltweit inzwischen durchschritten zu sein scheint. 

Allerdings sind die Abwärtsrisiken für die Prognose zuletzt durch die mit der Verbreitung des neuen Coronavirus in China und darüber hinaus deutlich gestiegen. Die drastischen Maßnahmen, die in China zur Eindämmung des Virus getroffen wurden, werden die gesamtwirtschaftliche Produktion dort im ersten Quartal 2020 erheblich dämpfen. Es besteht das Risiko, dass es zu einem länger währenden deutlichen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität in China kommt, der über Welthandel, Produktionsketten und Rohstoffpreise die Konjunktur auch im Rest der Welt spürbar belasten könnte.