IfW Kiel in den Medien

Denkfabrik: Keine Angst vor chinesischen Direktinvestitionen

18.08.2017

Gastkommentar von Rolf Langhammer, der die Übernahme deutscher Firmen durch chinesische Unternehmen zunächst positiv sieht

Aus dem Artikel

(...) "Die deutsche Wirtschaftspolitik sollte daher nicht der Versuchung erliegen, Behinderungen auf der chinesischen Seite, die es aus Sicht der Unternehmen zunehmend gibt, mit eigenen Behinderungen gegenüber chinesischen Investoren zu beantworten, um somit angeblich gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Der dahinterstehende Gedanke, anschließend Zugeständnisse bei der Marktöffnung strikt auf Gegenseitigkeit auszuhandeln, sollte kein Vorbild sein. Noch immer dominiert in der Handelspolitik die merkantilistische Sicht, der zufolge Importe negativ (weil arbeitsplatzgefährdend), Exporte aber positiv (weil arbeitplatzsichernd) gewertet werden.

Die jüngsten Sackgassen in der internationalen Handelsdiplomatie sind dieser merkantilistischen Position geschuldet. Auslandsinvestitionen blieben davon bislang weitgehend verschont, unter anderem auch deshalb, weil die früher in vielen Ländern verbreitete Ablehnung von ausländischen Investitionen mittlerweile einer realistischen Sichtweise von Kosten und Nutzen gewichen ist. Davon haben Auslandsinvestitionen weltweit profitiert.

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