IfW in den Medien

Lieber allein

20.12.2019

Aus dem Artikel

Im Hintergrund des Handelsstreits arbeitet China an seiner Zukunft: möglichst ohne Amerika oder Deutschland.

(...) Die Chinesen machen sich langsam unabhängig von westlichen Inputsund westlicher Technologie", sagt GabrielFelbermayr, Leiter des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Erst wenige Tage vor der Einigunghatte die Regierung in Peking mitgeteilt, ausländische Computer und ausländische Software aus den Regierungsgebäuden und öffentlichen Institutionen entfernen zu wollen. Man wolle das Vertrauen in die heimischeTechnologie stärken, lautete die offizielle Begründung nach Informationender "Financial Times". Das sei aber nur die Spitze des Eisbergs, wie HandelsexperteFelbermayr meint. Verschiedene Daten deuteten schon länger darauf hin, dass die chinesische Regierung nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit strebt.

Im Jahr 2000 zum Beispiel sei in einem Dollar an chinesischen Exportenungefähr 60 Cent chinesische Wertschöpfung enthalten gewesen. Bis 2015 sei dieser Wert auf 85 Cent gestiegen. "Wenn China noch stärkerauf den Binnenmarkt setzt als auf die internationalen Märkte, fällt es perspektivisch als Treiber der Weltwirtschaft aus", erklärt der Handelsexperte. (...)

Fachlicher Kontakt