Ein Plan B für die WTO

12.12.2019

Aus dem Gastbeitrag

Der neue Egoismus der Nationen lähmt die Welthandelsorganisation. Sie muss sich dringend verändern. Hier kommen vier Ideen

Als sich die Handelsnationen am 15. April 1994 auf die Erklärung von Marrakesch einigten, die zur Gründung der Welthandelsorganisation (WTO) führte, gab es eine gemeinsame Vision über die geopolitische Landschaft.Nach dem Ende des Kommunismusim sowjetischen Stil ging man davon aus, dass sich alle Länder allmählich zu einem weitgehend ähnlichen Modell demokratischer Marktwirtschaft enentwickeln würden. Die einzige verbliebene Supermacht USA sollte weltweit für eine liberale Weltordnungnach eigenem Vorbild sorgen. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt, wie der gegenwärtige Systemwettbewerb zwischen dem demokratischen, marktorientierten Kapitalismus des Westensund dem autokratischen Staatskapitalismus von Schwellenländern wie China beweist.

Hierin liegt das Problem der WTO. Die Organisation umfasst mittlerweile164 Mitglieder, von einigen der schrecklichsten Autokratien der Welt bis hin zu Musterdemokratien, von illiberalen geschlossenen Volkswirt-schaften wie Venezuela bis hin zu sehr liberalen wie Singapur. Jedes WTO-Mitglied hat ein Vetorecht. Die Heterogenität und der Systemwettbewerb unter großen Mitgliedern wie den USA und China machen die Einigung auf ein einheitliches Regelwerkungemein schwierig. (...)

Fachlicher Kontakt