IfW in den Medien

Boom. Boom. Bumm?

20.12.2019

Aus dem Artikel

Die deutsche Wirtschaft ist gespalten wie selten zuvor. Während der Konsum und die Bauwirtschaft boomen, steckt die Industrie in der Rezession, und die Exporte stagnieren. Ein neuer Aufschwung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands erodiert.

(...) Man habe es mit einer Normalisierung zu tun, beruhigt Alexander Krüger, Chefökonom beim Bankhaus Lampe. Die zwei Prozent seien in den vergangenen Jahren nur möglich gewesen, weil Mensch und Maschine auch wegen des beständigen Zinsdopings der EZB auf Hochtouren gelaufen seien. Ein Zustand für die Ewigkeit sei das nicht. Auch Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), sieht die Kapazitätsauslastung auf dem Weg zurück zur Normalität, "allerdings mit der Bauwirtschaft als Ausreißer nach oben und der Industrie als Ausreißer nach unten". (...)

(...) Je länger die Niedrigzinspolitik anhält, desto tiefer die Sackgasse, in die sie Wirtschaft und Finanzmärktetreibt. "Ohne eine Anpassungsrezession kommen wir aus der Nullzinssackgasse nicht mehr heraus", urteilt IfW-Ökonom Kooths. Weil die Notenbanker und Politiker eine Rezession um jeden Preis verhindern wollen und die Geldpolitik ihr Pulver weitgehend verschossen hat, soll in Zukunft die Finanzpolitik ran. Kreditfinanzierte Aus-gabenprogramme, möglichst grün-öko-logisch camoufliert, sollen der Wirtschaft Impulse geben, so das Credo internationaler Organisationen wie OECD und IWF. Hauptadressat der Forderungen: Deutschland. Noch hält Bundesfinanzminister Olaf Scholz dagegen. (...)

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