IfW in den Medien

Was der Fall Adidas über die Zukunft des Welthandels verrät

13.11.2019

Gabriel Felbermayr kommentiert Adidas Produktionspläne in Asien.

Aus dem Artikel

(...) Für Gabriel Felbermayr zeigt der Fall Adidas, 'dass Automatisierung nicht zwangsläufig zu Reshoring von Asien nach Europa führt' - also dazu, dass Industrieunternehmen ihre Fertigung aus Niedriglohnländern an teure Produktionsstandorte zurückverlagern. Für den Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sind für solche Entscheidungen drei Faktoren maßgeblich. Die Produktion in den absatzstärksten Märkten zu konzentrieren, bringe erstens auch bei automatisierten Prozessen Größenvorteile. Ein Plus insbesondere für China, wo zunehmend der Binnenkonsum einer kaufkräftigen, stetig größer werdenden Mittelschicht die Nachfrage treibt.

Zweitens seien trotz Protektionismus 'die Transportkosten nach wie vor sehr niedrig und fallen weiter', beobachtet Felbermayr. Jeden Schuh zu produzieren, wo die Kunden sind, mag Zeit sparen, Geld aber womöglich gerade nicht. Dafür nimmt Adidas auch wieder längere Transportwege nach Europa in Kauf. Überhaupt: die Kosten. 'Wer Roboter einsetzt', gibt Felbermayr drittens zu bedenken, 'spart Arbeitskosten, aber die Energiekosten stiegen natürlich'. Und die sind in kaum einem Land so hoch wie in Deutschland.

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