IfW in den Medien

Steuerausgleich für Strafzinsen – „Söders Forderungen sind abwegig“

22.11.2019

Stefan Kooths kritisiert Söders Idee, Negativzinsen steuerlich absetzen zu können.

Aus dem Artikel

(...) Von Ökonomen erntete Söder für seinen neuen Vorstoß gemischte Reaktionen. „Die Forderungen von Herrn Söder sind abwegig“, sagte Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW).

Es sei willkürlich, den nominalen Nullzins auf Sparkonten als Grenze für steuerliche Begünstigungen festzulegen. Dann müsse man die Sparer auch in Zeiten höherer Inflationsraten entlasten, wenn der positive Zins durch den Kaufkraftverlust mehr als aufgefressen werde.

Damit verweist er auf die Tatsache, dass die reale Rendite – also abzüglich der Inflation – auch in der Vergangenheit schon häufig negativ war. Zudem seien Negativzinsen auf Einlagen nur eine von vielen Begleiterscheinungen der ultraexpansiven Geldpolitik, so Kooths weiter.

„Viele andere Effekte, etwa Preisanstiege für Hauskäufer, geringere Renditen und Risikoprämien auf Wertpapiere, sollen nicht kompensiert werden, was einer Ungleichbehandlung der Sparer und Investoren gleichkäme“, sagte er.

Drittens: Können es nicht Aufgabe der Finanzpolitik sein, die Geldpolitik der Notenbank im Zuge der Steuerpolitik zu neutralisieren. Er sieht die Gefahr, dass sich ansonsten „Geld- und Finanzpolitik gegenseitig aufschaukeln“, die EZB zu noch drastischeren Maßnahmen gezwungen werde.

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