IfW in den Medien

„Kein Wachstum? Das ist Unfug“

19.11.2019

Interview mit Gabriel Felbermayr zu weltwirtschaftlichen Fragen.

Aus dem Interview

(...) Felbermayr: Wenn wir gegen Länder antreten, die keinen Klimaschutz betreiben, haben wir tatsächlich ein Problem. Damit ein -Preis wirklich etwas bringt, reden wir von Preisen von 60 oder gar 120 Euro je Tonne . Deutschland steht aber nur für 2,2 Prozent des globalen Ausstoßes. Selbst wenn wir gar nichts mehr emittieren, haben wir das Klima nicht gerettet, dafür aber die Wirtschaft ruiniert. Und wir müssten klimaschädlichen Stahl, Autos und Chemie aus USA, China oder Russland importieren. Das brächte doppelte Schmerzen. Das heißt, wir müssen dafür sorgen, dass die Großen mitmachen. Wenn nicht, brauchen wir einen Grenzausgleich.

Ein ausländischer Betroffener würde sagen: Das ist Protektionismus, nur mit einem hübscheren Mäntelchen.

Felbermayr: Nein, das ist es nicht. Protektionismus bedeutet Diskriminierung: Zölle betreffen nur die Waren aus dem Ausland. Ein -Grenzausgleich hingegen beseitigt Diskriminierung. Eine Tonne Stahl würde immer mit demselben Preis belastet, egal wo sie produziert wurde. Diesen harten Diskussionen mit dem Weißen Haus oder China müssen wir Europäer uns stellen. Sonst nützt das nur Kräften wie der AfD, wenn die Benzinpreise steigen und Heizen teurer wird, aber all die Anstrengungen dem Klima gar nicht helfen.

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