IfW in den Medien

Einkommensverteilung: Verschärft sich die Ungleichheit?

24.10.2019

Jens Boysen-Hogrefe und Dominik Groll zur aktuellen Ungleichheitsdebatte.

Aus dem Artikel

(...) Wie es um die Gerechtigkeit zwischen Arbeit und Kapital steht, verrät eine Zahl: die Lohnquote. Sie gibt an, wie viel von allen Einkommen, die in einer Volkswirtschaft erwirtschaftet werden, bei den Arbeitnehmern landet. Sinkt die Lohnquote, so fließt mehr vom Gesamteinkommen in die Taschen der Kapitalbesitzer. In den vergangenen Jahren hieß es häufig, die Lohnquote gehe zurück. Auch im Piketty-Film wird die Gefahr beschrieben, dass die Kapitalbesitzer reicher werden, weil Geld zu Geld kommt, während diejenigen, die von ihrer Arbeit leben, zurückfallen.

Doch kürzlich hat das Statistische Bundesamt neue Berechnungen vorgelegt, und nun zeigt sich, zumindest für Deutschland: Das stimmt so wohl nicht. Jens Boysen-Hogrefe und Dominik Groll vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel werteten die Daten der Behörde aus und stellten fest: Die Lohnquote in Deutschland ist heute so hoch wie vor 30 Jahren. Zwar gab es während der Krisenjahre zur Zeit der Hartz-Reformen ein Tief, doch das ist schon seit etwa zehn Jahren wieder überwunden. Zuletzt gingen 71 Prozent des Volkseinkommens an die Arbeitnehmer, 1991 waren es knapp 70 Prozent. Für Deutschland lässt sich also nicht behaupten, dass die Kapitalisten ein immer größeres Stück vom Kuchen abgreifen.

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