IfW in den Medien

Interview mit Gabriel Felbermayr: Top-Ökonom erklärt: "Wir haben uns die Krise selber eingebrockt"

10.09.2019

Interview mit Gabriel Felbermayr: Trumps Handelskrieg die Schuld am Lahmen der deutschen Wirtschaft zu geben, wäre zu einfach.

Aus dem Interview

(...) FOCUS Online: Die Konjunkturmeldungen werden immer schlechter. Muss die Politik handeln?

Gabriel Felbermayr: Nach dem zweiten Quartal dürfte die Wirtschaft auch im dritten Quartal schrumpfen. Bei zwei Minus-Quartalen hintereinander spricht man gemeinhin von einer Rezession. Aber deswegen müssen wir nicht in Panik verfallen. Die Situation ist nicht annährend vergleichbar mit der Finanzkrise 2008/2009. Es gibt keinen Grund für hektische Konjunkturpakete. Prinzipiell richtig und auch in der jetzigen Situation förderlich wären eine vorgezogene Abschaffung des Solidaritätszuschlags vorzuziehen und bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen.

FOCUS Online: Ist die schwache Wirtschaft in Deutschland nur auf den Handelskrieg zurückzuführen oder gibt es noch andere Ursachen?

Felbermayr: Einfach Trump die Schuld zu geben, greift zu kurz. Aus dem Handelskrieg ergeben sich sogar Chancen für europäische Firmen. Sie können für amerikanische oder chinesische Kunden als alternative Lieferanten auftreten. Die Unsicherheit durch den Handelskrieg spielt eine Rolle für Investitionen, aber wir haben uns diese Krise vor allem auch selber eingebrockt.

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