IfW in den Medien

Entwicklungspolitik ist, wenn die Hilfe bei den Helfern bleibt

02.09.2019

Eine Studie unter Mitwirkung von Rainer Thiele zeigt: Mehr als 25 Prozent der von den wohlhabenden Ländern geleisteten Hilfsgelder werden nicht in den Entwicklungsländern eingesetzt.

Aus dem Artikel

(...) Die Asylkosten sind jedoch nicht der einzige Grund für «nichttransferierte Hilfe», also für Entwicklungshilfe, die im Geberland bleibt. In einer neuen Studie untersuchen Mauro Lanati (European University Institute) und Rainer Thiele (Kieler Institut für Weltwirtschaft) das Phänomen etwas breiter. Sie berücksichtigen neben den Betreuungskosten für Flüchtlinge auch Schuldenerlasse, Verwaltungskosten des Geberlandes, Kosten für Studienplätze von Vertretern des Empfängerlandes im Geberland, Personalkosten für Entwicklungsexperten sowie Ausgaben für Massnahmen, mit denen im Geberland das Interesse für Entwicklungsfragen geschärft werden soll.

All diese Ausgabeposten können statistisch seit Jahren offiziell als Entwicklungshilfe ausgewiesen werden. Sie lösen aber nicht einen Transfer neuer Ressourcen an das Empfängerland aus. Einen Grenzfall bilden dabei die Schuldenerlasse. Zwar kann durchaus argumentiert werden, dass aufgrund solcher Erlasse kein zusätzliches Geld in Entwicklungsländer fliesst. Tatsache ist aber auch, dass der damit verbundene Schuldenrückgang einen indirekten Transfer auslösen kann, indem der Staat nun mehr Mittel für Schulen, Spitäler oder andere Investitionen hat. Eine exakte Abgrenzung ist also schwierig.

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Fachlicher Kontakt

Rainer Thiele - Institut für Weltwirtschaft (IfW) / Kiel Institute for the World Economy

Prof. Dr. Rainer Thiele

Leiter
Armutsminderung und Entwicklung, Migration und Entwicklung, Globale Herausforderungen für ländliche Entwicklung, Aid Allocation and Aid Effectiveness
T +49 (431) 8814-215