IfW in den Medien

Konjunktur: Das Auftrags-Plus ist trügerisch

06.08.2019

Stefan Kooths zum aktuellen Auftragsplus in der Industrie: neuerliche Eskalation im amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt in den Juni-Zahlen noch nicht enthalten, aber Alarmstimmung unangebracht.

Aus dem Artikel

(...) Ob er schon in den kommenden Monaten zu erwarten ist, gilt indes als unwahrscheinlich. Denn zu der zyklischen Abkühlung hinzu komme die neuerliche Eskalation im amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt. Sie ist in den Juni-Zahlen noch nicht enthalten, betont Stefan Kooths, Konjunkturchef am Kieler Institut für Weltwirtschaft, im Gespräch mit FAZ.NET. Tatsächlich liefen die Geschäfte etwa für den deutschen Maschinenbau in diesen beiden größten Volkswirtschaften zuletzt noch deutlich besser als in Europa. Von Januar bis Mai war der Export deutscher Maschinen nach China laut Branchenverband VDMA um 3 Prozent gestiegen, die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten hatte sogar um 12 Prozent zugenommen.

Alarmstimmung hält Ökonom Kooths dennoch für absolut unangebracht. Zwar seien die Handelskonflikte, zu denen auch der Streit zwischen Japanern und Südkoreaner gehöre, zusätzlicher Sand im Getriebe der Weltwirtschaft. Von Rezession könne aber Stand jetzt keine Rede sein. Im zweiten Quartal erwarten die Kieler Forscher nach wie vor ein Nullwachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts; die meisten Ökonomen sehen es ähnlich, die Bundesbank ist mit einem prognostizierten Rückgang der Wertschöpfung etwas pessimistischer. Offizielle Zahlen legt das Statistische Bundesamt am 14. August vor.

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