IfW in den Medien

Die Billionen-Bombe

29.06.2019

Christoph Trebesch weist in einer Studie nach, dass die chinesische Kreditvergabe sehr viel höher ist, als bislang bekannt.

Aus dem Artikel

(...) Monatelang haben die Ökonomen in bekannten wie unbekannten Quellen recherchiert. Nun legen sie die bislang wohl umfassendste Analyse der chinesischen Auslandskredite vor. Und das Bild, das sich daraus ergibt, ist nicht geeignet, die Sorgen über die Finanzmacht der Volksrepublik zu zerstreuen. Im Gegenteil: Die Daten zeigen, dass viele Länder gerade in den Armutsregionen der Erde weit mehr chinesische Kredite aufgenommen haben als bislang bekannt. Die Vereinbarungen legen den Ländern oft erhebliche Lasten auf, sind stark an den strategischen Interessen Pekings orientiert und erhöhen die Gefahr, dass viele Nationen der Dritten Welt in eine neue Finanzkrise stürzen könnten. »Der Westen hat noch immer nicht verstanden, wie tief greifend Chinas Aufstieg das internationale Finanzsystem verändert hat«, sagt der Kieler Ökonom Christoph Trebesch, einer der Co-Autoren der Studie.

Der Professor am Institut für Weltwirtschaft sitzt in einer Hamburger Bibliothek und scrollt durch Hunderte eng beschriebene Zeilen, die auf seinem Laptop flimmern. Sie enthalten die Laufzeiten, Zinssätze, Einsatzzwecke und Sicherheiten von fast 5000 chinesischen Krediten und Hilfszahlungen an 152 Staaten. Informationen, die aus einem knappen Dutzend Datensammlungen stammen, die wiederum auf den Erkenntnissen von Entwicklungshilfeorganisationen, Banken oder dem USGeheimdienst CIA beruhen.

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