IfW in den Medien

Technik ist Macht

26.05.2019

Gabriel Felbermayr zu den strategischen Optionen im Handels- und Technologiestreit USA-China

Aus dem Artikel

(...) Das Weiße Haus hat die neueste Eskalationsstufe im Handelsstreit strategisch gewählt. Während China auf neue Importzölle mit demselben Mittel reagieren kann, fehlen dem Land nun die Mittel zum Gegenschlag. Denn die Chinesen haben diesbezüglich nicht genug zu bieten. "Technologisch ist China noch nicht in der Lage, die Vereinigten Staaten - und Europa - effektiv unter Druck zu setzen", sagt Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Zwar sei China etwa in der Überwachungstechnologie Marktführer, doch die Nachfrage in Europa und den Vereinigten Staaten nicht groß genug.

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Obwohl sich der Konflikt in der vergangenen Woche ein weiteres Mal zugespitzt hat, glaubt der Ökonom Felbermayr weiterhin an ein versöhnliches Ende: "Die Kosten sind für beide Seiten so riesig, dass der Druck, eine Lösung zu erreichen, sehr groß ist." Viele Unternehmer verdienten bislang gutes Geld mit dem Verkauf billiger chinesischer Importware. Auch die Wall Street würde sich eine Einigung wünschen: Jeder Halbsatz des amerikanischen Präsidenten zum Handel mit China sorgt an der Börse regelmäßig für Kapriolen. Und auch in Peking weiß man um die negativen Folgen jeder Eskalation. Mit Blick auf die Zukunft schränkt Felbermayr seinen Optimismus trotzdem ein: "Selbst wenn man einen Waffenstillstand vereinbart, bleibt die geostrategische Rivalität der beiden Mächte bestehen. Und diese wird immer wieder auch handelspolitische Konfliktsituationen herbeiführen.

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