IfW in den Medien

IfW-Chef: „Unternehmen wollen Fachkräfte nicht verlieren“

13.05.2019

Hamburger Abendblatt-Interview mit Gabriel Felbermayr zum Handelsstreit USA-China, zu den Wachstums- und Arbeitsmarktaussichten, zur sozialen Marktwirtschaft sowie zu den Sorgen der Automobilindustrie

Aus dem Artikel

(...) Birgt die Krise eine Chance? Zehn Jahre Aufschwung haben Deutschland träge gemacht ...

Ja. Das kann man so sehen. Ökonomen sprechen ja von reinigenden Effekten in der Rezession. Diese reinigenden Gewitter gibt es nicht mehr, die Zahl der Zombie-Unternehmen steigt. Viele können sich angesichts der günstigen Zinsen zu billig refinanzieren. Schlechte Unternehmen aber binden Ressourcen, gute Manager, gute Fachkräfte. Die fehlen dann auf dem Markt und für Wachstumsunternehmen. So werden Strukturen konserviert und Dynamik gehemmt. Pleiten sind – so bitter das für die Betroffenen ist – ökonomisch eine Voraussetzung für Wachstum.

Inwieweit gefährdet die immer größere Kluft zwischen Reich und Arm nicht nur den gesellschaftlichen Frieden, sondern auch die Wirtschaftskraft in Europa?

Ganz erheblich. In Deutschland ist das nicht so sichtbar, in Frankreich aber sehr wohl, wie die Gelbwestenbewegung zeigt. Diese Auseinandersetzungen hemmen die wirtschaftliche Dynamik. Unsere Sozialsysteme müssen die Abgehängten auffangen – aber das bindet immer mehr Ressourcen. Wir werden deshalb ein Hochsteuerland bleiben.

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