IfW in den Medien

Hintergrund: Protektionismus - Wie bedeutend sind IWF und Weltbank?

27.03.2018

ZDF-Interview mit Gabriel Felbermayr zu den aktuellen Entwicklungen beim IWF und der Weltbank

Aus dem Interview

(...) heute.de: Amerika hat schon immer seinen Daumen auf dem obersten Posten der Weltbank und nominiert deren Chef oder Chefin. Europa besetzt im Gegenzug die IWF-Führungsrolle. Pünktlich zur Frühjahrstagung tritt nun aber der neue Weltbank-Chef und Trump-Vertraute David Malpass sein Amt an. Der war zuvor vor allem als Kritiker multilateraler Institutionen wie IWF und Weltbank aufgefallen. Bedeutet das einen Kurswechsel der Weltbank?

Gabriel Felbermayr: Das heißt, dass die Weltbank sich verstärkt amerikanischen Interessen unterordnen wird. David Malpass ist Vertrauter von Donald Trump. Er wird seine Positionen weiter vertreten. Trump berief ihn genau deswegen – weil er eine skeptische Position zum Multilateralismus vertritt.

heute.de: Welches sind denn konkret die Interessen Amerikas?

Felbermayr: Die Weltbank steht im Wettbewerb mit anderen großen Finanzinstitutionen, die Entwicklungsprojekte finanzieren. Am dramatischsten ist der Wettbewerb mit der neuen, von China dominierten asiatischen Infrastruktur- und Investitionsbank. In Konkurrenz wird die Weltbank stärker als bisher amerikanische Interessen vertreten. Das richtet sich auch offensiv gegen China. Bisher war das nicht so leicht möglich. China ist auch ein Mitglied der Weltbank und hat Wahlrechte. Die Wahl von Malpass wird den Systemwettbewerb mit China antreiben.

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