IfW in den Medien

IfW-Ökonom: Staat hat sich an die guten Zeiten gewöhnt

23.02.2019

Interview mit Jens Boysen-Hogrefe, der vor wieder schlechteren Zeiten warnt

Aus dem Interview

(...) Herr Professor Boysen-Hogrefe, wie bewerten Sie das Rekord-Plus in den Staatskassen? 

Jens Boysen-Hogrefe: Der Überschuss des Staates geht auf Faktoren zurück, die nicht dauerhafter Natur sein müssen. Zum einen sind die Zinsausgaben auf einem historisch niedrigen Niveau. Zum anderen sehen wir jetzt schon, dass Fachkräfte knapp werden, und dass es als Folge des starken Wachstums Kapazitätsengpässe gibt. In vielen Bereichen gibt es nach dem Boom der vergangenen Jahre nur wenig Luft noch nach oben.  

 Für den Staat bedeutet das?

Boysen-Hogrefe: Zu denken gibt, dass sich der Staat mit seiner Ausgabenpolitik etwas an die guten Zeiten gewöhnt hat, er künftig aber nach allen Prognosen mit weniger Einnahmeplus klarkommen muss. Zudem wird sich der demographische Wandel bemerkbar machen, die Kosten für Pflege-Kranken- und Rentenversicherung werden weiter steigen.  Hier wird der Bund sicher mehr in die Rentenkasse einzahlen müssen. Es wäre richtig, jetzt Strukturreformen anzugehen. Wir wissen schließlich heute schon: Die Gesellschaft wird älter, die Erwerbsbeteiligung geht zurück, ebenso die Zahl der Steuerzahler.

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