IfW in den Medien

Ausgetrickst

01.02.2019

Jens Boysen-Hogrefe zu Steuerausfällen durch Share Deals bei der Grunderwerbssteuer

Aus dem Artikel

(...) Wie viel Geld dem Fiskus durch Share Deals entgeht, darüber gibt es keine zuverlässigen Schätzungen. Einzelne Transaktionen allerdings geben ein Gefühl für die Dimension: Als im Dezember die UBS Asset Management für 155 Millionen Euro das Turmcenter in Frankfurt kaufte, sparten die Investoren durch den Share Deal etwa neun Millionen Euro – in Hessen beträgt die Grunderwerbsteuer sechs Prozent. Noch höher liegt der rechnerische Steuerausfall bei Megadeals wie dem Verkauf des Wolkenkratzers Trianon für 670 Millionen Euro. „Das Thema hat ein gewisses Empörungspotenzial“, sagt Professor Jens Boysen-Hogrefe, Experte für öffentliche Finanzen am Kieler Institut für Weltwirtschaft . Das gilt erst recht bei großen Wohnungsbeständen. Als 2012 der Bund 11 350 Wohnungen der ostdeutschen TLG privatisierte – Erlös 471 Millionen Euro – und der Käufer ein Steuersparmodell nutzte, deckten Grüne und Linke die Bundesregierung mit kleinen Anfragen ein. Der Verdacht: Erst vermeiden die Konzerne Steuern – und dann erhöhen sie auch noch die Mieten.

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