IfW in den Medien

Länger arbeiten auf Kosten anderer

14.01.2019

Studie des IfW: Zuschlag zur Rente für zusätzliche Arbeitsjahre ist nach versicherungsmathematischen Maßstäben zu hoch.

Aus dem Artikel

(...) Längere Lebensarbeitszeiten entlasten die Rentenkasse - dieser Grundsatz hat sich mittlerweile bei vielen eingeprägt. Er stimmt tatsächlich aber nur bedingt. Denn länger zu arbeiten kann dank eines gesetzlichen Rentenzuschlags für alle Arbeitnehmer, die über die allgemeine Altersgrenze hinaus noch ein, zwei Jahre weiterarbeiten, durchaus von individuellem Vorteil sein - allerdings auf Kosten aller übrigen Versicherten. Denn der Zuschlag wird durch höhere Beiträge und geringere Rentensteigerungen für alle anderen finanziert. Das zeigt eine neue Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft ( IfW ).

Was das im Einzelfall bedeuten kann, hat IfW -Finanzwissenschaftler Jens Boysen-Hogrefe ausgerechnet: Macht ein typischer Arbeitnehmer nach Erreichen der derzeitigen Altersgrenze von 65 Jahren und 8 Monaten noch ein Jahr weiter, dann verschafft er sich einen persönlichen Rentenzuschlag, der sich bei durchschnittlicher Lebenserwartung auf insgesamt 10 000 Euro summiert. Eine entsprechende Arbeitnehmerin macht damit wegen der höheren Lebenserwartung von Frauen sogar rund 15 000 Euro gut. Dass man durch längere Beitragszeiten ohnehin seine Monatsrente erhöht, ist dabei schon berücksichtigt. Die beiden Beträge geben Boysen-Hogrefe zufolge deshalb nur den Zuschlag wieder, den man für das längere Arbeiten zusätzlich erhält.

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