IfW in den Medien

Warum von Finanzkrisen immer Rechtspopulisten profitieren

15.09.2018

Interview mit Christoph Trebesch, der die Folgen von Finanzkrisen auf Wahlergebnisse analysiert hat.

Aus dem Interview

(...) KURIER: Sie haben 800 Wahlergebnisse aus 140 Jahren und 20 Ländern ausgewertet. Wie wirken sich Finanzkrisen auf den Wahlausgang aus?

Christoph Trebesch: Das Kernergebnis ist, dass es nach Finanzkrisen zu politischen Verwerfungen kommt. Das Erstaunliche ist dabei die Regelmäßigkeit. Rechte Parteien sind die größten Nutznießer, mit einem Anstieg der Wählerstimmen für extrem rechte und populistische rechte Parteien von 30 Prozent im Vergleich zu Vorkrisenwahlen. Gleichzeitig sahen wir, dass sich die Parlamente fragmentieren, weil Protestparteien vom linken oder rechten Rand neu einziehen und Regierungsmehrheiten schwinden. Es kommt also zu einer stärkeren Polarisierung.

Das deckt sich mit Erfahrungen nach der Finanzkrise von 2008 aus vielen Ländern.

Ja, aber es gilt eben nicht nur für die Zeit nach 2008 oder die Weltwirtschaftskrise der 1930-Jahre. Sondern wir finden das Phänomen auch nach kleinen, regionaleren Krisen. Etwa in Skandinavien, in der Schweiz, wo die SVP stark gewachsen ist oder in Italien, wo die Lega Nord erstmals in den 1990ern nach einer Finanzkrise ins Parlament gekommen ist – um nur einige Beispiele zu nennen.

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