IfW in den Medien

Sorge um die "fragilen Fünf"

03.09.2018

Klaus-Jürgen Gern blickt besorgt auf die ökonomische Situation einiger Schwellenländer.

Aus dem Artikel

(...) Einen plötzlichen Kurssturz bei Währungen wichtiger Schwellenländer gab es zuletzt um die Jahreswende 2013 2014. Damals spielte die Geldpolitik ebenfalls eine wichtige Rolle. Der frühere US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte ein vorzeitiges Ende der Anleihekäufe in den USA in Aussicht gestellt und damit einen Kapitalabfluss aus den Schwellenländern ausgelöst. "Die aktuellen Probleme in den Schwellenländern sind durchaus mit der Situation Anfang 2014 vergleichbar", sagt Klaus-Jürgen Gern, Schwellenländer-Experte am Kieler Institut für Weltwirtschaft ( IfW ).

Die Investoren prägten seinerzeit ein Schlagwort für die am meisten gefährdeten Staaten: Indien, Indonesien, die Türkei, Brasilien und Südafrika wurden als die "Fragilen Fünf" bezeichnet. Es sind beinahe die gleichen Staaten, die auch dieses Mal wieder im Zentrum der Krise stehen - wenn auch mit Abstufungen. Während die Lage in der Türkei besonders dramatisch ist, hat Brasilien seither seine Handelsbilanz verbessern können. IfW -Experte Gern befürchtet jedoch, dass es die Schwellenländer diesmal noch härter treffen könnte. Damals seien die Zinsen in den USA nach 2014 noch lange niedrig geblieben. "Im Unterschied dazu könnten sie jetzt tatsächlich stärker steigen", sagt Gern. Damit könnte deutlich mehr Kapital als 2014 aus den Schwellenländern abfließen. "Außerdem ist die Verschuldung in den Schwellenländern in der Zwischenzeit spürbar gestiegen. Einige sind deutlich stärker exponiert als damals."

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