IfW in den Medien

Italien nimmt die EZB in Geiselhaft

09.11.2018

Ulrich Stolzenburg hat Berechnungen zur italienischen Finanzlage und den Folgen der Risikoaufschläge an den Kapitalmärkten angestellt.

Aus dem Artikel

(...) Am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IFW) hat man das Problem zu vermessen versucht. Dabei wird angenommen, dass die Zinsstruktur deutscher Staatsanleihen im Zuge einer geldpolitischen Normalisierung zum Durchschnittsniveau der Vorkrisenjahre 1999 bis 2007 zurück­kehrt. Eine zweite Annahme lautet, dass die Risikoaufschläge für Italien in derzeitiger Höhe verbleiben. Das Resultat dieses Szenarios stimmt mulmig: So stiege die Zinslast für Italien bis 2025 jedes Jahr um 12 Mrd. €. Im Jahr 2032 läge die Last schon über 8% des BIP.

Um das Haushaltdefizit stabil zu halten, müsste Rom eine extrem restriktive Finanzpolitik betreiben, was konjunkturell kaum verkraftbar wäre und das Land in eine tiefe Rezession stürzen würde. Das Fazit des IFW lautet daher: Die EZB ist gar nicht in der Lage, die Zinsen auf das Vorkrisenniveau zu heben, selbst wenn dies geldpolitisch nötig wäre. Mit einer solchen Normalisierung des Zinsniveaus würde man nämlich eine neue Staatsschuldenkrise auslösen und allenfalls gar den Kollaps der Euro-Zone.

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