IfW in den Medien

Hartz V, Hartz VI, Hartz VII

18.11.2018

Die bestehenden Sanktionsmöglichkeiten bei einer Reform von Hartz IV durch positive Anreize zu ergänzen sei Erfolg versprechend, sagt Dennis Snower.

Aus dem Artikel

(...) Tatsächlich versprechen sich Ökonomen viel von Reformen in diese Richtung: Die bestehenden Sanktionsmöglichkeiten durch positive Anreize zu ergänzen sei Erfolg versprechend, sagt etwa Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel, der seit Jahrzehnten zum Arbeitsmarkt forscht. "Gerade bei jenen, die am anfälligsten für Arbeitslosigkeit und Prekariat sind, den Geringqualifizierten, denjenigen ohne Schulabschluss und jenen, die schon länger arbeitslos sind, verpuffen die Anreizmöglichkeiten des bisherigen Systems", sagt der Ökonom. Nur für Höherqualifizierte sei Hartz IV tatsächlich bedrohlich, vielen Geringqualifizierten ermöglichten die staatlichen Hilfen dagegen einen ähnlichen Lebensstandard wie Erwerbsarbeit.

Snower plädiert denn auch dafür, die Betroffenen mit finanziellen Anreizen in Beschäftigung, Aus- und Weiterbildung zu bringen. Denkbar seien beispielsweise Zuschüsse zum Lohn, um die Erwerbsarbeit auch finanziell attraktiv zu machen. Ein Erfolg versprechendes Modell sei zudem, die Arbeit von Langzeitarbeitslosen zu subventionieren - ohne künstliche staatliche Beschäftigung mit all ihren Problemen zu schaffen. Das gehe etwa über Lohnzuschüsse für die Arbeitgeber, die umso höher sind, je länger der oder die Beschäftigte zuvor arbeitslos gewesen ist. In Hamburg etwa, wo dieses Modell schon getestet wurde, seien 72 Prozent derjenigen, die eingestellt wurden, weiter beschäftigt worden, auch nachdem die Subventionen ausgelaufen waren.

Fachlicher Kontakt