IfW in den Medien

Trumps Steuer- und Wirtschaftskurs – Eine Politik mit Risiken und unklaren Konsequenzen

Aus dem Interview

(...) „Insgesamt gibt es Steuererleichterungen in der Höhe von ungefähr 1500 Milliarden Dollar über zehn Jahre. Die Wachstumswirkung dadurch ist extrem gering; 0,7 Prozent über sieben Jahre. Es ist komplett unsinnig, solche Steuerreformen zu diesem Zeitpunkt im Aufschwung stattfinden zu lassen, weil der Aufschwung in Amerika ist schon längst gekommen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4 Prozent. Und daher ist nur die Gefahr, dass sich die amerikanische Wirtschaft dadurch überhitzt und Inflation zustande kommt und Zinsen in die Höhe getrieben werden und das Defizit in der US-Leistungsbilanz auch in die Höhe getrieben wird.“

Die Steuerreform könnte das Leistungsbilanzdefizit also erhöhen. Weltweit lagen die USA im vergangenen Jahr mit umgerechnet 566 Milliarden Euro im Minus, davon entfielen allein 276 Milliarden Euro auf China. Der amerikanische Präsident aber gehe sehr aggressiv an den Abbau des Leistungsbilanzdefizits heran – und mit falschen Mitteln, glaubt Snower: „Trump sieht dieses Defizit als ein Symbol der Ausbeutung der Vereinigten Staaten, was begegnet werden muss mit Strafzöllen und anderen Maßnahmen. Langfristig gesehen, glaube ich, ist das ein Desaster. Ich bin überzeugt, dass in zehn Jahren wird man zurückschauen auf diese Zeit und sagen, das war einer der gröbsten Fehler, die diese Regierung gemacht hat. Weil die USA ist stark verschuldet, und wenn wir in die nächste Rezession einmal kommen, dann wird die USA fiskalpolitisches Pulver brauchen, um wieder rauszukommen. Und dieses Pulver wird jetzt verschossen, weil wenn die Staatsschulden weiter steigen, dann ist man nicht gut imstande, gegen eine Rezession wieder stark Geld auszugeben oder Steuern zu senken.“

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