IfW in den Medien

Frauen im Nachteil

12.03.2018

Claas Schneiderheinze über Integration von Flüchtlinge und das Thema Familiennachzug

Aus dem Artikel

(...) Unter den erwachsenen Flüchtlingen in Deutschland sind Männer stark überrepräsentiert. Viele Politiker, Migrantenverbände und auch der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration drängen die künftige Bundesregierung zu mehr Großzügigkeit beim Familiennachzug. Denn das Nachholen der engsten Angehörigen fördere die Integration von Schutzberechtigten. Integration sei für Migranten eine Investition in die Zukunft, sagt Claas Schneiderheinze, Migrationsexperte am Institut für Weltwirtschaft (IfW). Dazu gehörten die Sprache, Regeln und Gesetze sowie Aus- und Weiterbildungen.

„Diese Investition ist aber nur sinnvoll, wenn zumindest mittelfristig eine Perspektive für ein echtes Ankommen in Deutschland besteht“, sagt der IfW-Forscher. Neben der Sicherheit über die Dauer der Aufenthaltserlaubnis und Möglichkeiten zu arbeiten brauche es dafür auch ein Familienleben. Dass der Familiennachzug die schwierige Lebenssituation der Schutzsuchenden im Regelfall erleichtert, liegt auf der Hand. Unklar ist jedoch, ob die Integration der Migranten in die hiesige Gesellschaft im Familienverband wirklich besser gelingt als im Fall alleinstehender Männer.

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