IfW in den Medien

Wirtschaftsethiker: „Die Affen waren nur Mittel zu einem sinnlosen Zweck“

02.02.2018

Interview mit Menusch Khadjavi, der die Abgastests an Affen von VW als unmoralisch und pseudowissenschaftlich kritisiert

Aus dem Interview

(...) shz.de: Herr Khadjavi, was finden Sie schlimmer? Abgas-Tests an Affen oder an Menschen, die sich zumindest freiwillig für dieses Experiment entschieden haben?

Menusch Khadjavi: Ich finde die Abgas-Experimente mit den Affen tatsächlich schlimmer, weil bei diesen die Wissenschaftlichkeit noch viel stärker vorgegaukelt werden sollte, als bei denen mit den Menschen. Außerdem war an der Uni Aachen bei den Abgas-Tests an Menschen ein Ethik-Rat eingebunden und die Probanden wurden über mögliche Folgen aufgeklärt. Die Affen konnten sich hingegen nicht wehren und waren nur Mittel zu einem sinnlosen Zweck.

Sie erwähnen den Ethikrat der Uni Aachen. Kann man einem solchen, nachweislich gesundheitsschädlichen Experiment am Menschen als Ethiker wirklich guten Gewissens

Menusch Khadjavi: Wir müssen uns als Gesellschaft und Wissenschaft grundsätzlich überlegen, wie wir empirische Befunde bekommen möchten. Wir brauchen diese zum Beispiel, wenn wir Medikamente testen wollen. Da werden erst Experimente mit Mäusen gemacht und später dann mit menschlichen Probanden. Das ist leider der einzige Weg, mögliche Nebenwirkungen festzustellen. Ein Weg der Abwägung, mit gewissen Risiken.

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