IfW in den Medien

Obsession oder Notwendigkeit: Was ist Wachstum?

10.04.2018

Dirk Dohse erklärt die Notwendigkeit von Wachstum und die Probleme von Wachstum in modernen, hoch integrierten Volkswirtschaften.

Transkript aus dem Podcast

(...) „Wachstum wird gemessen als Wachstum des BIP, der Wert aller im Inland produzierten Güter und Dienstleistungen. Es ist wichtig zu verstehen, dass das keine reine Mengengröße ist, sondern eine Wertgröße. Wenn wir wachsen, heißt das nicht notwendig, dass wir mehr Güter und Dienstleistungen produzieren oder konsumieren, sondern dass diese Güter und Dienstleistungen besser geworden sind, hochwertiger. Warum ist Wachstum wichtig für eine Gesellschaft? Wir haben eine wachsende Weltbevölkerung. Wenn wir die versorgen wollen, geht das nur mit wachsender Weltwirtschaft, weil sonst jeder Einzelne weniger als vorher zur Verfügung hätte.“

(...)

„Die wichtigste Triebkraft von Wachstum ist zum einen das menschliche Gewinnstreben, zum anderen die menschliche Kreativität: Streben nach Innovation und Veränderung. Ich sehe Wachstum gerne als Metapher für Veränderung. In der ökonomischen Theorie hat sich das Modell des schumpeterianische Wachstums nach dem Ökonomen und Philosophen Joseph Schumpeter: Nach Schumpeter ist Wirtschaftstätigkeit Dynamik. Menschen sind selten zufrieden und streben ständig nach Veränderung. Insofern wird Bestehendes entwertet und vom Markt verdrängt und durch Neues ersetzt. Das ist ein Innovationsprozess. Da der Wirtschaftsprozess aber so angelegt ist, dass andere angeregt werden, noch bessere Produkte zu produzieren, endet das Monopol und dieses Produkt verschwindet vom Markt. Das ist der Prozess der Zerstörung. Das Schöpferische ist, dass der Prozess ersetzt wird durch etwas neues, etwas Besseres, dass Menschen eine höhere Zahlungsbereitschaft haben dafür.“

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