IfW in den Medien

Mieses Wetter, gute Geschäfte

10.01.2017

Stefan Kooths sieht die deutschen Exporte trotz Brexit stark zulegen und Trumps Wirtschaftspolitik als eine Gefahr für die Weltwirtschaft

Aus dem Artikel

(...) Das Pfund stürzte ab, deutsche Waren verteuern sich. Im Oktober lagen die Exporte satte 15 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Trotzdem kein Beinbruch, erkennt Stefan Kooths, Chef-Konjunkturprognostiker des IfW -Instituts: „Die deutschen Firmen sind sehr breit aufgestellt. Wie in der Vergangenheit gleichen sie Rückgänge bei einem Handelspartner mit Zuwächsen bei anderen Nationen aus“.

Kooths sieht einen moderaten globalen Aufwärtstrend. Die Konjunktur verbessere sich in der Eurozone, den Vereinigten Staaten und in vielen Schwellenländern. „Wir rechnen 2017 mit einem Zuwachs der deutschen Exporte von etwa vier Prozent“, sagt er – das wäre fast doppelt so viel wie im abgelaufenen Jahr. Die Ausfuhren würden damit wieder stärker die deutsche Konjunktur stützen, die 2016 stärker vom Binnenkonsum und staatlichen Ausgaben abhing.

Aber wird es wirklich so gut laufen? Nächste Woche tritt in den USA ein Präsident an, der drastische Strafzölle angekündigt hat – 30 bis 40 Prozent auf Waren aus Mexiko oder China. „Das ist ein Damoklesschwert, das über der Weltwirtschaft hängt“, räumt Kooths ein. „Ob Donald Trump das durchsetzt, bleibt abzuwarten. Er würde damit Amerika schwach machen.“ Aber nicht nur Amerika. Die USA sind Deutschlands größter Handelspartner. Und gerade die deutschen Autohersteller, die 80 Prozent ihres Umsatzes im Ausland erzielen, stehen im Fokus: Sie haben oder planen Werke in Mexiko. Wofür Trump im Falle von amerikanischen Herstellern extra Strafzölle ankündigte – woraufhin Ford vergangene Woche den Bau eines Werks in Mexiko stoppte.

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