IfW in den Medien

Team Deutschland

04.12.2017

Gastkommentar von Dennis Snower zur Sozialkompetenz deutscher Jugendlicher

Aus dem Artikel

(...) Deutschlands Jugendliche sind im internationalen Vergleich überdurchschnittlich kooperationsfähig. Das ist eine gute Nachricht, die da vor wenigen Tagen von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht wurde. Erstmals hat sie in Pisa-Tests aus dem Jahr 2015 soziale Fähigkeiten getestet. Doch die öffentliche Reaktion fiel verhalten aus, verglichen mit anderen Pisa-Ergebnissen zu Leistungen im Lesen oder in Mathematik. Zu Unrecht: Deutschlands Bildungspolitiker sollten dieses Ergebnis als Pluspunkt sehen und als Ansporn, kooperative Fähigkeiten zu stärken.

In Zeiten einer global vernetzten und zunehmend digitalisierten Welt gewinnen soziale Fähigkeiten, wie etwa die Kompetenz zur Problemlösung in Gruppen, an Bedeutung. An immer mehr Arbeitsplätzen ist Kooperation über Kultur- und Landesgrenzen hinweg gefordert. Gleichzeitig übernehmen Computer und Maschinen zunehmend Routinetätigkeiten. Menschen werden auf lange Sicht dort gebraucht, wo besondere kulturelle, soziale oder kreative Fähigkeiten notwendig sind. Oder wie auch die OECD festhält: Der Anteil der Arbeitsplätze nimmt ab, an denen nur ein Mindestmaß an sozialen Kompetenzen benötigt wird. Für die deutsche Wirtschaft gilt das umso mehr, da sie international stark vernetzt ist und angesichts hoher Arbeitskosten im internationalen Wettbewerb mit Routinetätigkeiten kaum punkten kann.

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