IfW in den Medien

Russland-Sanktionen schaden beiden Seiten

15.12.2017

Julian Hinz zu den Lasten aus den Russland-Sanktionen

Aus dem Artikel

(...) Die Sanktionen gegen Russland haben nach Ansicht des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) auch für die sanktionierenden Länder „massive negative Folgen“. Das beschreibt das Kieler Institut in einer Studie. Insbesondere die EU und vor allem Deutschland hätten deutliche Handelsverluste. Deutschland verliere monatlich mehr als 600 Millionen Euro Exportvolumen. Der Exportrückgang betreffe vor allem Produkte, die nicht unter das russische Embargo fallen. Nach Berechnungen von Julian Hinz, Ökonom am IfW, und Matthieu Crozet von der Universität Hongkong führte der durch die Sanktionen verursachte Rückgang im Warenaustausch bis Ende 2015 zu einem Handelsverlust von 114 Milliarden Dollar.

Russland trage davon 60 Prozent. Die deutschen Exporte seien im Durchschnitt um 727 Millionen Dollar im Monat (620 Millionen Euro) niedriger als in einem Szenario ohne Sanktionen. Dies entspreche 0,8 Prozent der gesamten Exporte. Gut 90 Prozent der Handelsverluste entstammen Produkten, die nicht vom Embargo betroffen waren. Als Hauptursache machen die Forscher verschlechterte Finanzierungsbedingungen für Unternehmen aus, die mit Russland oder in Russland Handel treiben. „Der Großteil der Handelsverluste in den westlichen Ländern ist also auf die von ihnen selbst verhängten Sanktionen zurückzuführen“, sagte Hinz.

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