IfW in den Medien

Schluss mit dem Durchwursteln

14.06.2015

Gastbeitrag von Prof. Dennis Snower mit Lösungsvorschlägen für die griechische Schuldenkrise.

Aus dem Artikel

(...) Neuer Gipfel – gleiches Ergebnis. So lautete eine der Schlagzeilen nach dem jüngsten Treffen von Angela Merkel und Alexis Tsipras. Kurz vorher machten Meldungen die Runde, die Europäische Zentralbank (EZB) habe die Nothilfen für Griechenland abermals aufgestockt. Was wir in diesen Wochen erleben, erinnert an den Film mit dem Murmeltier, das täglich grüßt: Die Mächtigen sitzen tagelang, nächtelang, und verhandeln über die Zukunft Griechenlands. Zwischendurch treten übernächtigte Politiker vor die Kameras und beklagen die Uneinsichtigkeit der jeweils anderen Seite, während die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands immer näher rückt. Zwischendurch erkauft die EZB den Politikern immer wieder Zeit, um weiter zu verhandeln, und die griechische Regierung kratzt ihr Geld zusammen, um zumindest die Schulden an den prinzipienfesten Internationalen Währungsfonds zurückzuzahlen.

Was inzwischen als "business as usual" erscheint, ist offensichtlich nicht nachhaltig. Es ist an der Zeit, dieses Ritual zu durchbrechen. Dass Griechenland in absehbarer Zeit wieder auf eigenen Beinen stehen kann, ist schwer vorstellbar. Die griechische Wirtschaft ist weiterhin nicht wettbewerbsfähig. Wie sie derzeit strukturiert ist, ist es unmöglich, wachsende Handelsbilanzdefizite in Relation zum Bruttoinlandsprodukt zu vermeiden, ohne weitere Wirtschaftsflauten auszulösen.

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