Erich Schneider-Gedächtnisvorlesung 2019

Privatkredite und Insolvenzen: Makroökonomische Perspektive

05 Dez 2019

18:00
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19:30
Olshausenstraße 40, Norbert-Gansel-Hörsaal (Raum 14)
Portrait Prof. Dr. Michèle Tertilt

Prof. Dr. Michèle Tertilt

Seit den 1980er Jahren ist die Anzahl an Privatinsolvenzen in den USA rasant gestiegen. Auch das Kreditvolumen privater Haushalte ist dramatisch gewachsen. Prof. Michèle Tertilt erläutert in ihrem Vortrag den Einfluss von Credit Scoring und der Digitalisierung des Bankenwesens darauf, wer einen Kredit erhält und in Folge, wer Insolvenz anmeldet. Die Resultate ihrer Forschung deuten darauf hin, dass intuitive Antworten (zum Beispiel der Anstieg der Ungleichheit) häufig falsch liegen können.
Im Vortrag geht es außerdem um die Regulierung von Privatinsolvenzen. Gegeben des rasanten Anstiegs, sollte es schwieriger für Haushalte sein, Insolvenz anzumelden? Überschulden sich Haushalte mehr als es gut für sie ist? Wie sollte der Gesetzgeber mit Haushalten umgehen, die offensichtlich schlechte Finanzentscheidungen fällen? Auch in Deutschland sind diese Themen seit der Einführung der Privatinsolvenz im Jahre 1999 immer relevanter geworden.