Unsere Mission

Globalisierung verstehen und gestalten

Um seinen thematischen Fokus zu schärfen, hat das Institut fünf Herausforderungen unter der umfassenden Überschrift Nachhaltiger und umfassender Wohlstand identifiziert.

Es ist heute dringender denn je, Ursachen für globale Entwicklungen zu untersuchen und Lösungsvorschläge für internationale Probleme anzubieten. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) besitzt dafür ein einzigartiges Profil und hat seine Forschungs-, Beratungs- und Ausbildungs­aufgaben  primär auf die Beantwortung  drängender globaler Fragen fokussiert.

Seit seiner Gründung im Jahr 1914 beschäftigt sich das IfW vorrangig mit Fragen zu Globalisierungsursachen und -hürden. Die Bedingungen für die Globali­sie­rung haben sich jedoch im Lauf der Zeit grundlegend verändert. Nach einem Jahrhundert beispielloser Schocks und Zusammenbrüche globaler Marktintegration, gefolgt von entsprechenden Phasen der Erholung und Wiederbelebung, ist die Weltwirt­schaft heute durch die weltweite Produktion von Gütern und Dienstleistungen stär­ker vernetzt denn je. Die Menschheit profitiert von großen Fortschritten in der Ar­muts­bekämpfung, der Erhöhung der Lebenserwartung, der Förderung der Gesund­heit und der Verbesserung ihrer eigenen Fähigkeiten.

Mit dieser Entwicklung  einher gehen neue globale wirtschaftliche Chancen, die jedoch für isoliert handelnde Länder nur begrenzt nutzbar sind. Die größten Chancen liegen in den Bereichen makroökonomische Stabilität, Wirtschafts­wachs­tum, Umgang mit natürlichen Ressourcen, Management globaler Wertschöpfungs­ketten und Technologietransfer von reichen zu armen Ländern.

Gleichzeitig erlebt die Welt eine dramatische Ausweitung globaler wirtschaftlicher, politischer und sozialer Probleme wie Klimawandel, Finanzkrisen, Ernährungsunsicherheit oder Ungleichheit – um nur einige zu nennen. Man­che dieser Probleme, zum Beispiel Klimawandel und Finanzkrisen, überschreiten nationale Grenzen und können deshalb von den betroffenen Ländern nicht autonom bewäl­tigt werden. Andere Probleme haben zwar per se nationale oder regionale Gründe (etwa Ernährungssicherheit, Arbeitslosigkeit, Ungleichheit und Armut), gleichzeitig sind diese Felder aber auch global miteinander verwoben, so dass die Handlungsfähigkeit einzelner Länder eingeschränkt ist.

Weltweit vernetzt Als Forschungseinrichtung, die sich weltwirtschaftlichen Fragestellungen widmet, legt das IfW großen Wert legen darauf, international sichtbar und vernetzt zu sein und mit zahlreichen Universitäten, nicht-universitären Forschungseinrichtungen, Think Tanks und Dienstleistungseinrichtungen zusammenzuarbeiten. Alle Forschungsbereiche und wirtschaftspolitischen Zentren engagieren sich in nationalen und internationalen Netzwerken und Kooperationsprojekten. Darüber hinaus ermutigt das IfW seine Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, andere Forschungseinrichtungen und Think Tanks zu besuchen, und unterstützt sie dabei auch finanziell. Dies dient der Weiterentwicklung der jeweiligen Fähigkeiten ebenso wie der Entwicklung gemeinsamer Forschungsprojekte. Außerdem laden wir regelmäßig externe Forscherinnen und Forscher zu einem Aufenthalt am IfW ein.

Das IfW versteht sich als einziges deutsches Forschungsinstitut - und als eines der wenigen weltweit -, dessen Forschung  sowie Think-Tank-, Ausbildungs- und Beratungsaktivitäten primär auf globale Probleme und Chancen konzentriert sind.  Für eine Schärfung des eigenen Fokus hat das Institut fünf Schwerpunkte definiert, die sich unter der  großen Überschrift „Nachhaltiger und umfassender Wohlstand in einer globalisierten Welt“ zusammenfassen lassen.

Das Institut für Weltwirtschaft

  • möchte angesichts eines zunehmenden Ungleichgewichts von wirt­schaftlichem und sozialem Fortschritt ein umfassendes Verständnis des mensch­lichen Wohlergehens fördern. Einerseits sind heute auf der ganzen Welt sehr viele Menschen wohlhabender, gesünder, besser ernährt, von weniger Gewalt bedroht und leben länger als je zuvor. Andererseits neh­men Populismus, Nationalismus und religiös oder ethnisch bedingte Kon­flikte zu.
  • verfolgt einen interdisziplinären Ansatz. Viele Probleme und Chancen haben miteinander verknüpfte ökonomische, politische, ökolo­gi­sche und soziale Ursachen.
  • Strebt eine stärkere Koordinierung wirtschafts-, umwelt- und so­zi­al­politischer Themen innerhalb seiner Think-Tank-Aktivitäten an. Wo immer möglich, folgt es einem wirtschaftspolitischen Ansatz, der nicht nur kon­ventionelle Verteilungsfragen umfasst, sondern auch soziale Normen und Werte, kulturelle Phänomene sowie politische Prozesse und Grenzen berücksichtigt.
  • interagiert mit Partnern aus der ganzen Welt, um gemeinsam Wissen zu schaf­fen und Erkenntnisse zugänglich zu machen. Das umfangreiche Netzwerk umfasst Forschungseinrichtungen, einzelne Forscherinnen und Forscher, Think-Tanks und Entscheidungsträ­ger aus Politik, Wirtschaft und Zivil­gesell­schaft.