Forschungszentrum

Globale Kooperation und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Märkte sind zentrale Institutionen zur Generierung von Wirtschaftswachstum und zur Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt. Zwei zentrale Einschränkungen in Bezug auf die Wohlfahrts­generierung ergeben sich durch Marktversagen aufgrund von externen Effekten und durch die Tatsache, dass selbst vollfunktionsfähige Märkte zu großer Ungleichheit führen können. Um die wohlfahrtssteigernden Effekte von Märkten auf lokaler und globaler Ebene optimal nutzen zu können, bedarf es daher globaler Kooperation. Beispiele hierfür sind die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit zur Minderung des Klimawandels oder zur Eindämmung globaler Pandemien.

In Bezug auf wirtschaftliche Ungleichheit gibt es zwar moderate Anzeichen einer Verringerung zwischen Staaten, allerdings steigt die Einkommensungleichheit innerhalb vieler westlicher Länder an. Wenn die Einkommen der Mittel- und Unterschicht stagnieren oder fallen, stellt dies den sozialen Zusammenhalt vor große Probleme, da sich große Kohorten der Bevölkerung von traditionellen Repräsentationsformen zurückgelassen fühlen. Eine direkte Folge ist der Vertrauensverlust in Institutionen, Regierungen und Gesellschaft, was sich unter anderem im steigenden nationalen Populismus zeigt.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des Research Centers „Globale Kooperation und gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (1.) zu verstehen, wie globale Kooperation gefördert werden kann; (2.) zu ermitteln welche Umstände gesellschaftlichen Zusammenhalt untergraben; (3) neue und innovative Maße zur Wohlfahrtsmessung zu entwickeln; (4) Lösungen für das optimale Management kollektiver Risiken sowohl in sozialer als auch in individueller Hinsicht vorzuschlagen; (5) komplexe Dynamiken zwischen ethischen Grundsätzen und Marktfunktionen zu analysieren. Unsere Vorgehensweise beruht auf der Überzeugung, dass das Verständnis des individuellen Verhaltens für die Lösung komplexer Probleme, insbesondere auf globaler Ebene, zur Sicherung der individuellen und gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrt von wesentlicher Bedeutung ist. Das Research Center betreibt sowohl Grundlagenforschung, um allgemeine Prinzipien menschlichen Verhaltens aufzudecken, als auch angewandte Forschung in verschiedenen Bereichen, die für globale Kooperation und gesellschaftlichen Zusammenhalt relevant sind. Zu diesen Bereichen gehören unter anderen die internationale Zusammenarbeit zur Minderung des Klimawandels und die komparative Analyse von Toleranz gegenüber wirtschaftlicher Ungleichheit, die Solidarität mit und die Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten sowie das Vertrauen in Regierungen. Die Forschung des Research Centers hat zudem einen starken Policy-Fokus, wie zum Beispiel eine kontinuierliche Beteiligung an der ThinkTank20-Engagementgruppe der G20 im Bereich „Social Cohesion and the State“ zeigt.

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Assoziierte

  1. Christian Kaernbach
  2. Catharina Probst
  3. Prof. Dr. Thilo van Eimeren