Forschungsthema

Verhaltensökonomische Ansätze zur Verbesserung von Politikmaßnahmen

In den letzten Jahren hat die verhaltensökonomische Forschung eine Vielzahl von Erkenntnissen hervorgebracht, die die theoretische Modellierung menschlichen Verhaltens radikal verändert haben. Weltweit vertrauen immer mehr Regierungsorganisationen bei der Gestaltung ihrer Politikmaßnahmen auf diese Erkenntnisse. Die Verhaltensökonomie hat gezeigt, dass das menschliche Verhalten durch begrenzte Rationalität, zeitliche Inkonsistenzen, kognitive Verzerrungen, adaptive oder imitative Heuristiken, Kontextabhängigkeit und altruistische Motivationen gekennzeichnet ist.

Werden diese Erkenntnisse in die Gestaltung von individuellen Entscheidungsrahmen einbezogen, können sozial wünschenswerte Ergebnisse erreicht und das Wohlergehen der Menschen gesteigert werden. Dabei können Verbesserungen ohne großen Aufwand für Regierungen und ohne Einschränkung der Entscheidungsfreiheit der Individuen erreicht werden. Ein Beispiel im Bereich der privaten Altersvorsorge ist das Programm Save more tomorrow – Spare morgen mehr von Shlomo Benartzi und Richard Thaler. Dieses Programm basiert auf der Beobachtung, dass die meisten Menschen finanzielle Einbußen lieber in die Zukunft verschieben. Signifikante Erhöhungen der Sparquoten für die Altersvorsorge konnten einfach nur dadurch erreicht werden, dass der Start des Programms um ein Jahr nach hinten verschoben wurde. Somit wirkte sich die Berücksichtigung verhaltensökonomischer Forschungsergebnisse in einer Steigerung des langfristigen Wohlergehens der Menschen aus. Auf diese Weise haben verhaltensökonomische Erkenntnisse in Form von policy nudges ihre Relevanz für die unterschiedlichsten Politikbereiche von Verbraucherschutz über Energiepreise bis hin zur Steuerpolitik bewiesen.

Ziel des Projektes Verhaltensökonomische Ansätze zur Verbesserung von Politikmaßnahmen ist es, innovative und politisch relevante Forschung zu betreiben. Unser Forschungsbereich verfügt über umfassende Expertise unter anderem in den Bereichen gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, Gesundheit, Spendenbereitschaft und pro-soziales Verhalten und Risikobereitschaft in individuellen und sozialen Kontexten.