Forschungsbereich

Sozial- und verhaltensökonomische Ansätze zur Lösung globaler Probleme

Insbesondere im Laufe des vergangenen Jahrhunderts ist die Menschheit mehr und mehr mit zahlreichen globalen Problemen konfrontiert worden, die unlösbar scheinen. Dazu gehören ganz klassische ökonomische Probleme wie Finanzkrisen oder anhaltende Armut, aber auch soziale und politische Herausforderungen sowie Umweltprobleme. Marktversagen wird von der klassischen Volkswirtschaftslehre häufig als Erklärung für die Beständigkeit vieler globaler Probleme angeboten. Dementsprechend plädieren Ökonomen häufig für eine Politik, die Individuen eine volle Kompensation für aufgewendete Kosten und erbrachte Leistungen verspricht: Steuern, Subventionen, Neudefinition von Eigentumsrechten sowie verschiedene Gesetze und Regulierungen. Die Theorie der unsichtbaren Hand und damit verbundene Erklärungen für Marktversagen, nehmen grundsätzlich an, dass Menschen ausschließlich eigennützig handeln, stabile Präferenzen haben  und sich komplett rational verhalten. Diese Auffassung menschlicher Motivation und menschlicher Entscheidungen halten wir für überholt und sie ist inkonsistent mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen anderer Forschungsrichtungen, beispielsweise der Neurowissenschaft, der Kognitionsforschung, der kognitiven Psychologie, der Entwicklungspsychologie, der Verhaltensökonomie und weiteren wissenschaftlichen Disziplinen. Zum Beispiel: Menschen handeln nicht ausschließlich eigennützig. Sie verhalten sich fair, empathisch, sie zeigen Mitgefühl und sind fürsorglich. Menschen handeln auch nicht rein rational, da ihr Verhalten zu einem großen Teil durch Emotionen und Heuristiken motiviert ist. Menschen sind auch nicht ausschließlich individualistisch, da ihre Präferenzen wesentlich durch soziale Gruppen, zu denen sie gehören, bestimmt werden. Unser Forschungsbereich analysiert die Auswirkungen von sozialen Interaktionen und individuellem Verhalten im Zusammenhang mit der Entstehung von globalen wirtschaftlichen Problemen und erarbeitet ein Konzept für mögliche Lösungsansätze.

Journal Article

Consultative, Democracy and Trust

Structural Change and Economic Dynamics
forthcoming
Francesco Bogliacino , Gianluca Grimalda , Laura Jiménez

We report experimental results from three Colombian villages concerning the impact of a voting mechanism on interpersonal trust and...

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Christian Kaernbach
Catharina Probst
Prof. Dr. Thilo van Eimeren