Projekt

World Free Zones Economic Outlook

Projektbeginn 01/2018
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Projektende 12/2022

IfW untersucht wirtschaftliche Aktivität in Sonderwirtschaftszonen

Deutlich mehr als 2 000 Sonderwirtschaftszonen (Free Zones) gibt es nach jüngsten Berechnungen weltweit, Tendenz steigend. Free Zones sind nach Angaben der OECD für Exporte im Wert von mindestens 3 500 Milliarden jährlich – das entspricht rund 20 Prozent des globalen Warenhandels – verantwortlich. Trotz ihrer Bedeutung für die Weltwirtschaft ist wenig über die Aktivität in Free Zones bekannt. Der World Free Zones Economic Outlook sowie der Free Zones World Economic Barometer (F-WEB), ein Stimmungsindikator für Sonderwirtschaftszonen, sollen dies nun ändern. Das IfW arbeitet dafür mit der World Free Zones Organization (World FZO) zusammen, die hierfür einen Forschungsauftrag erteilt hat.

Sonderwirtschaftszonen (engl.: Special Economic Zones; Free Zones) sind geographisch abgegrenzte Gebiete, in denen besondere, vom Rest des Landes abweichende Regeln für die Tätigkeit von Unternehmen gelten. Investoren genießen dort häufig Steuererleichterungen, Zollbefreiungen und andere finanzielle Anreize. Darüber hinaus profitieren sie oft von vereinfachten administrativen Verfahren und hochwertiger Infrastruktur.

Sonderwirtschaftszonen sind besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern ein beliebtes Instrument der Wirtschaftspolitik, um attraktive Investitionsbedingungen für Unternehmen zu schaffen und so Schwächen im nationalen Geschäftsumfeld auszugleichen. Sie haben meist die Zielsetzung, ausländischen Direktinvestitionen anzuziehen, Exporte anzuregen und zu diversifizieren sowie Arbeitsplätze zu schaffen. Langfristig erhoffen sich Regierungen darüber hinaus positive Effekte auf die heimische Wirtschaft, insbesondere durch Wissens- und Technologietransfers.

Die Zahl der Sonderwirtschaftszonen weltweit wird aktuell – je nach Definition – auf zwischen 2.200 und über 4.300 geschätzt. In den 1980er Jahren waren es noch weniger als 200. Besonders verbreitet sind Sonderwirtschaftszonen in Asien, wo sie als Motor des exportorientierten Wachstums der vergangenen Jahrzehnte gelten. Doch auch in Industrieländern gibt es Free Zones: beispielsweise sind in den USA über 250 sogenannte Foreign-Trade Zones angesiedelt. Trotz des regelrechten Booms ist überraschend wenig über die wirtschaftliche Aktivität in Sonderwirtschaftszonen bekannt. Ein Projekt der World Free Zones Organization (World FZO) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Weltwirtschaft soll dies nun ändern.

Die World Free Zones Organization ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die seit 2014 als Interessenvertretung für Sonderwirtschaftszonen fungiert. Das IfW erstellt in Zusammenarbeit mit der World FZO seit diesem Jahr einen jährlich erscheinenden World Free Zones Economic Outlook. Dafür führt das IfW eine detaillierte Befragung von Vertretern der Free Zones durch um die Datenlage zur wirtschaftlichen Aktivität der Zonen zu verbessern. Ergänzt wird die Analyse der Umfrageergebnisse durch einen Überblick über allgemeine weltwirtschaftliche Entwicklungen sowie durch Sonderthemen, die von besonderer Bedeutung für Sonderwirtschaftszonen sind. Der World Free Zones Economic Outlook ist öffentlich erhältlich.

World Free Zones Economic Outlook 2018 (April)

Darüber hinaus wird vierteljährlich – seit Anfang 2018 – das Free Zones World Economic Barometer (F-WEB), ein Stimmungsindikator für Sonderwirtschaftszonen, durch eine Umfrage unter Zonenvertretern erhoben. Aufgrund der Bedeutung von Free Zones für den globalen Handel hat dieses Stimmungsbarometer das Potenzial, aktuelle Trends über Sonderwirtschaftszonen hinaus zu erfassen und als Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität weltweit zu dienen. Die Ergebnisse des F-WEB werden quartalsweise in einem Kurzbericht veröffentlicht, der nicht nur den Mitgliedern der World FZO zugänglich, sondern mit einer Verzögerung von 2 Wochen auch auf dieser Website verfügbar ist:

Freezone World Economic Barometer