Forschungsthema

Internationale Makroökonomik

Im Rahmen des Forschungsprojekts "Internationale Makroökonomik" behandeln wir die globalen Aspekte von Konjunkturzyklen und makroökonomischer Politik. Die Globalisierung schreitet rasch voran und bewirkt, dass einzelne Ökonomien immer stärker miteinander verknüpft und voneinander abhängig sind. Durch diese internationalen Verknüpfungen können sich Störungen in einem Land leicht auf andere Länder übertragen. Überschüssiges Sparen in einem Land kann zu Blasen in anderen Ländern führen. Das Platzen einer Blase in einem Land kann zur Rezession in einer Vielzahl von anderen Ländern führen.

Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die internationale Verflechtung von Finanzmärkten und potentielle Rückkoppelungen zur Realwirtschaft. Unser Ziel ist es ein tieferes Verständnis der Struktur von Risiken im Finanzsektor zu entwickeln. Die untersuchten Themenbereiche beinhalten die Analyse der Interaktionen zwischen Marktteilnehmern, die Entstehung von spekulativen Blasen und Ansteckungseffekten, sowie die ökonometrische Analyse von Preis- und Kursschwankungen. Ein wichtiger Aspekt bei unserer Forschung ist auch die Entwicklung von neuen Methoden für Analyse dieser Themen.

Die globale Verbundenheit der Ökonomien beschränkt sich nicht nur auf den privaten Sektor sondern betrifft auch die Effekte von makroökonomischer Politik. Expansive Geldpolitik in einem Land kann zur Kapitalschwemme in aufstrebenden Entwicklungsländern führen. Fiskalische Stimuli (oder Austerität) beeinflussen auch die Handelspartner. Ein Thema von besonderer Relevanz für Europa ist die Analyse von Währungsunionen, in welchen die einzelnen Länder die Möglichkeit einer unabhängigen Geldpolitik aufgeben und daher weniger gut auf spezifische Schocks reagieren können. Wir untersuchen die Bedingungen unter welchen dies für die beteiligten Ökonomien trotzdem vorteilhaft sein kann. Diese und ähnliche sind die Fragestellungen, welche wir im Rahmen dieses Forschungsprojektes analysieren.