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Forschungsthema

Integration, Institutionen und Entwicklung

Das Forschungsthema „Integration, Institutionen und Entwicklung“ beschäftigt sich damit, wie externe politische und ökonomische Beziehungen die institutionelle und makroökonomische Entwicklung in Entwicklungs-, Schwellen- und Transitionsländern beeinflussen. Im Fokus steht dabei die Interaktion von Regierungen und Märkten. Wir verstehen Institutionen als formale oder informelle Regeln, die soziales, wirtschaftliches oder politisches Verhalten strukturieren. Wir arbeiten besonders an folgenden Themen:

Regionale Integration und etablierte und aufstrebende Mächte

Klassischerweise hat verstärkte politische und ökonomische Integration, beispielsweise im Rahmen der Erweiterungspolitik der Europäischen Union, die Hoffnung beflügelt, Demokratie und Marktwirtschaft in Entwicklungs- oder Transitionsländern zu verankern. Durch die zunehmende Bedeutung Russlands und Chinas auf der Weltbühne sind diese Entwicklungsmodelle allerdings nicht mehr alternativlos, insbesondere nicht im postsowjetischen Raum. Wir untersuchen daher besonders, wie innerstaatliche Akteure in diesen Ländern mit verschiedenen externen Einflüssen interagieren und welchen Effekt das auf die Entwicklung von Entwicklungs- und Transitionsländern hat.

Makroökonomische Politik und Integration in regionale und globale Märkte

Makroökonomische Politik in Entwicklungs-, Schwellen- und Transitionsländern ist stark von regionaler und globaler Integration bestimmt. Von makroökonomischer Volatilität wird beispielsweise angenommen, dass sie einen nachteiligen Effekt auf wirtschaftliche Entwicklung hat. In diesem Zusammenhang analysieren wir politische und institutionelle Aspekte von Fiskal-, Geldmarkt- und Wechselkurspolitiken. Wir untersuchen die politische Ökonomie makroökonomischer Politiken, die Effektivität von Zentralbankinterventionen und den Einfluss finanzpolitischer Integration unter alternativen Wechselkurssystemen auf die reale Wirtschaftsentwicklung.

Migration, Integration und Institutionen

Institutionen bestimmen den Rahmen für Migrationsentscheidungen und die Möglichkeiten von MigrantInnen sich in Zielländern zu integrieren und Verbindungen zu ihren Herkunftsländern aufrechtzuerhalten. Wir untersuchen daher institutionelle Aspekte von Migration, sowohl in Ziel- als auch in Herkunftsländern, um Politikempfehlungen zu entwickeln und Wohlfahrtsgewinne für MigrantInnen und Nicht-MigrantInnen zu erzielen. Hierbei konzentrieren wir uns besonders auf die Einstellungen von BürgerInnen der Zielländer gegenüber Migration und ImmigrantInnen sowie auf so genannte soziale Rücküberweisungen, also Werte, die MigrantInnen in ihre Herkunftsländer übertragen.

Soziale Medien und die Polarisierung von Gesellschaften

Politische Polarisierung hat zusehends Spuren in der politischen Landschaft von entwickelten und Entwicklungsländern hinterlassen. Entwicklungen rund um Reformstillstand, schwierige Regierungsbildungen bis zu der systematischen Unterdrückung der Opposition scheinen zunehmend auch Ausdruck einer tieferliegenden Polarisierung von Gesellschaften zu sein. Wir haben zum Ziel die Mikrofundierung und Mechanismen des größeren Phänomens der Polarisierung zu verstehen, die individuelle Einstellungen, politische Präferenzen und Verhalten prägen. Daher arbeiten wir mit Daten aus sozialen Medien, die uns Einblicke in die öffentlich kommunizierten Präferenzen und Meinungen von Individuen geben.

Konvergenz und Divergenz ökonomischer Systeme

Traditionell beschäftigte sich die Literatur zu Wirtschaftssystemen intensiv mit den in der OECD vorherrschenden Produktionssystemen (Varieties of Capitalism) und Wohlfahrtsregimen (World of Welfare). Auf Basis der Annahme, dass beide Aspekte zugrundeliegende Präferenzen der Staatstätigkeit darstellen, dehnen wir den Ansatz auf Entwicklungs-, Schwellen- und Transitionsländer aus. Wir analysieren die Konvergenz von Wirtschaftssystemen in mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) und die Rolle kolonialen Erbes in Abhängigkeit des regionalen Kontexts von Entwicklungsländern.