Forschungsbereich

Armutsminderung und Entwicklung

Die internationale Gemeinschaft ist entschlossen, die so genannten Sustainable Development Goals (SDGs) bis 2030 zu erreichen. Die SDGs gehen von einem umfassenderen Entwicklungskonzept aus als die vorherigen Millennium Development Goals (MDGs). Neben dem Ziel, die absolute Armut zu verringern, stellen sie die Bedeutung von Frieden und einer guten Regierungsführung heraus. Zudem fordern sie, dass Länder mit niedrigen, mittleren und hohen Einkommen zusammenarbeiten, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Mit empirischer Forschung trägt unser Forschungsbereich dazu bei, die Agenda für eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützten und Lösungsansätze zu erarbeiten. Dabei ergeben sich zwei grobe thematische Blöcke, die jeweils auch von der Forschung des anderen Block profitieren:

Im ersten Block befassen wir uns mit den SDGs, die mit verschiedenen Aspekten von Entwicklung zusammenhängen, wie der Beendigung von Armut und Hunger. Auf der Mikroebene analysieren wir beispielsweise, wie sich großflächige Landerwerbungen in Afrika auf die lokale landwirtschaftlich tätige Bevölkerung auswirken oder welche Auswirkungen es auf zurückgebliebenen Familien und die Gesellschaft in den Herkunftsländern hat, wenn Teile der Bevölkerung auswandern. Auf der Makroebene geht es um die Frage, ob und wie  Entwicklungshilfe die globalen Bemühungen zur Armutsbekämpfung erfolgreich unterstützen kann. Zusätzlich analysieren wir, wie der Wettbewerb zwischen verschiedenen Gebern und externen Akteuren (zum Beispiel die EU, China und Russland) die wirtschaftliche Entwicklung in Nachbarländern beeinflusst.

Im zweiten Block befassen wir uns mit den SDGs, die internationale Zusammenarbeit und gute Regierungsführung zum Ziel haben. Beispielsweise untersuchen wir, ob und wie Migranten, die neue Ideen und Werte kennenlernen, durch den Informationsfluss in ihre Heimatländer zu einem wichtigen Treiber für den dortigen politischen Wandel werden können. Zudem untersuchen wir welche Faktoren das Verhältnis zu Immigranten in Aufnahmeländern prägen. Wir analysieren auch, wie konkurrierende globale und regionale wirtschaftliche Integrationsprozesse sich auf inländische Institutionen, Politik und Kooperationen auswirken.

Prof. Dr. Jann Lay
GIGA Hamburg
Prof. Dr. Lukas Menckhoff
DIW Berlin
Sebastian Schmidt
HSU Hamburg
Dr. Afaf Rahim