Wirtschaftspolitischer Beitrag

Auswirkungen der Marktöffnung im Außenhandel für Wirtschaft, Wachstum und Arbeitsplätze in Deutschland (1990–2014)

ifo Forschungsberichte, 92

Ziel dieser Studie ist es zu evaluieren ob und in welchem Ausmaß vergangene Handelsliberalisierungen zu einer Steigerung von Handel, zu einer Erhöhung der Beschäftigung und zu höheren Löhnen in Deutschland beigetragen haben. Dabei wird besonders auf die Bedeutung des Außenhandels auf den Arbeitsmärkten eingegangen. Wir analysiere die Potentiale ausgewählter bilaterale Abkommen der EU, sowie die Auswirkungen von multilateralen Initiativen (insb. der WTO). Die Analyse zeigt, dass eine Erhöhung der Exportquote deutscher Betriebe um 10% die jährliche Zuwachsrate der betrieblichen Beschäftigung um durchschnittlich 0,06 Prozentpunkte erhöht. Die EU-Osterweiterung zeigt einen signifikant positiven Effekt des betrieblichen Exportstatus auf das jährliche betriebliche Beschäftigungswachstum. Auf der Importseite beobachten wir einen Antizipationseffekt. Die Erfahrung Deutschlands mit bilateralen Freihandelsabkommen ist generell gut. Die Zollunion mit der Türkei hat den deutschen Handel mit der Türkei um 24% erhöht, das Abkommen mit Südafrika hat den deutschen Handel mit diesem Land um 26% gesteigert. Das EU-Korea Abkommen ergibt einen Zuwachs für deutsche Handelspaare von 23%, mit sehr deutlichen Zuwächsen im Dienstleistungsbereich. Auf multilateraler Ebene ist der Güterhandel Deutschlands mit WTO Mitgliedern um 1/3 angestiegen. Die Beitritte Chinas und Vietnams zur WTO haben zu einem deutlichen Anstieg der Handelsvolumina mit diesen Ländern geführt.

Autoren

Jasmin Katrin Gröschl
Wilhelm Kohler
Tobias Brändle
Andreas Koch

Info

Erscheinungsdatum
JEL Classification
F010, F130, F230, F500