Fiscal Responses to the Financial Crisis

Die in der weltweiten Finanzkrise geschnürten staatlichen Maßnahmepakete zur Stützung der Konjunktur fielen von Land zu Land sehr unterschiedlich aus. Zu diesem Ergebnis kommt IfW-Volkswirt Steffen Ahrens in einer neuen Analyse von über dreißig nationalen Konjunkturpaketen, die jetzt als Policy Brief „Fiscal Reponses to the Financial Crisis“ erschienen ist.

Während die USA und China weltweit die größten Konjunkturpakete initiierten, übernahm Deutschland die führende Rolle in Europa. Mit Maßnahmen im Gesamtumfang von 2,8 Prozent des BIP fielen die in Deutschland ergriffenen Stützungsmaßnahmen deutlich höher aus als in Großbritannien, Frankreich und Spanien. Andere Länder, insbesondere viele Schwellen- und Entwicklungsländer, haben aufgrund einer bereits sehr hohen Staatsverschuldung und einem nur schlecht funktionierenden Steuersystem bisher kaum eigene fiskalpolitische Maßnahmen zur Konjunkturstabilisierung ergriffen.

Auch bei der Zusammensetzung der Maßnahmen lassen sich deutliche Unterschiede ausmachen. Während Entwicklungsländer fast ausschließlich auf direkten Staatsausgaben für Infrastrukturprojekte setzten, entfielen in den Industrienationen nur rund 50 Prozent der Maßnahmen auf eine Erhöhung der direkten Staatsausgaben; ein großer Teil der Konjunkturpakete in diesen Staaten erfolgte in Form von Steuersenkungen oder zusätzlichen Subventionen. Interessanterweise lässt sich allerdings beobachten, dass der Anteil an Steuermaßnahmen an den Konjunkturpaketen in Industrienationen im Jahr 2009 deutlich niedriger lag als 2008. Hierfür mag zu einem erheblichen Teil die enttäuschende Erfahrung mit den amerikanischen Steuererleichterungen vom Februar 2008 verantwortlich sein.

Der fiskalpolitische Stimulus wird vor allem auf die Jahre 2009 und 2010 konzentriert sein. Aber auch hier gibt es Unterschiede von Land zu Land. Während in den meisten Staaten der größte Stimulus im Jahr 2009 zu erwarten ist, werden die Maßnahmen in einigen großen Ländern wie den USA, China und Deutschland voraussichtlich erst 2010 ihren Höhepunkt erreichen.

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Steffen Ahrens

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