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11.02.2012
 
 
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Zentrum Wirtschaftspolitik

 

Domino in Südeuropa? Griechenland, Portugal und Spanien im realwirtschaftlichen Krisentest

Zu Beginn des neuen Jahres ist die Staatsschuldenkrise in der EU immer noch ungelöst, vor allem südeuropäische Länder sind nach wie vor Gegenstand von Krisenspekulationen. Eine Staatspleite Griechenlands wird nicht länger ausgeschlossen, Länder wie Portugal oder Spanien werden als Krisenkandidaten genannt, die wie Dominosteine als nächste umfallen könnten. Dieser Dominotheorie widersprechen die beiden IfW-Ökonomen Klaus Schrader und Claus-Friedrich Laaser in ihrem aktuellen Kieler Diskussionsbeitrag, in dem sie die drei Länder einem realwirtschaftlichen Krisentest unterziehen. Ihr Ländervergleich zeigt, dass aus realwirtschaftlicher Sicht wenig für eine Dominotheorie spricht. Denn die Krisenmuster und –historien sind zu unterschiedlich, wie auch das Problemlösungspotenzial der Länder. mehr...


IfW-Schuldenbarometer

Griechenland wird es kaum schaffen, seine Staatsschulden in den Griff zu bekommen. Ähnlich kritisch ist die Situation in Portugal einzuschätzen. Dagegen ist die Lage in Irland, Ungarn und Italien differenzierter zu bewerten: Hier hängt es vor allem von der jeweiligen Wachstumsdynamik ab, ob die Länder ihre Staatsschuld langfristig bedienen können. Die Kieler Ökonomen David Bencek und Henning Klodt haben mit Hilfe ihrer Analyse der benötigten Primärüberschüsse das IfW-Schuldenbarometer entwickelt, das die Tragfähigkeit von Staatsschulden in ausgewählten Euro- und EU-Ländern beurteilt. mehr...


Inflationsimport aus dem Reich der Mitte

Die Zeit importierter Preisstabilität könnte in den fortgeschritten Volkswirtschaften vor dem Hintergrund kräftig steigender Preise in China in näherer Zukunft zu einem Ende kommen. Die Kieler Ökonomen Klaus-Jürgen Gern, Björn van Roye and Joachim Scheide argumentieren in ihrem Kiel Policy Brief 36, dass höhere Inflationsraten in China zu einem Zielkonflikt der Zentralbanken in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften führen. Den Zentralbanken wird es schwerer fallen, die Preisstabilität zu sichern und gleichzeitig der konjunkturellen Abschwächung entgegenzusteuern. mehr...


Staatsverschuldung und Ordnungspolitik

Die Notwendigkeit für die Finanzpolitik, auf einen tragfähigen Pfad zurückzufinden, ist heute deutlicher denn je. Die Realisierung dieses Ziels rückt aber in immer weitere Ferne, je größere Kreise die Eurokrise zieht und je größere Haftungs- und Garantiesummen bereitgestellt werden müssen. Thema im Rahmen einer Politikwerkstatt für das Bundesministerium der Finanzen in Berlin war die Beurteilung der Staatsverschuldung aus einer längerfristigen, ordnungspolitisch geprägten Perspektive heraus. Insgesamt sollte der Workshop dazu beitragen, die aktuellen Diskussionen um die Finanzpolitiken der Euroländer aus einer längerfristigen, über die Hektik der aktuellen Krisenbewältigung hinausreichenden Perspektive zu beleuchten. Politikrelevante Einsichten ergaben sich insbesondere dazu, wie dem Entstehen künftiger Staatsschuldenkrisen im Ansatz entgegengewirkt und der Umgang mit solchen Krisen effizienter und effektiver gestaltet werden kann. mehr...


Fünf Prozent sind (zu) viel

griechenland.jpg © Stephen Finn - Fotolia.com

Griechenland ist gerettet – zumindest vorerst. Nach den Beschlüssen des Euro-Sondergipfels vom 21. Juli 2011 stehen dem Land zusätzliche Finanzmittel von über 100 Mrd. Euro zur Verfügung, die es erlauben, die aktuellen Löcher bei der Refinanzierung der Staatsschulden zu stopfen. Doch ist der Staatsbankrott damit wirklich verhindert? Die Kieler Ökonomen David Bencek und Henning Klodt beantworten diese Frage in ihrem Beitrag für die Zeitschrift Wirtschaftsdienst mit nein. Dafür analysieren sie die Entwicklung der griechischen Staatsfinanzen mit dem Konzept des fiskalischen Primärüberschusses, das auf die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen abstellt. Nach ihren Analysen müsste der griechische Staatshaushalt künftig über Jahre und Jahrzehnte hinweg einen Primärüberschuss von deutlich mehr als fünf Prozent des Sozialprodukts aufweisen, wenn die Schuldenlast nicht ins Uferlose wachsen soll. Wie die auf historische Daten gestützten empirischen Analysen dieses Beitrags zeigen, ist eine solche Aufgabe schlichtweg unlösbar. An einem Schuldenschnitt für griechische Staatsanleihen führt also kein Weg vorbei. Die Autoren wenden ihr Messkonzept auch auf die anderen Euroländer an. Demnach ist die Lage in Portugal ähnlich kritisch wie in Griechenland, und auch in Irland ist Wachsamkeit geboten. Auf vergleichsweise solidem Fundament stehen die Staatsfinanzen dagegen in Spanien und Italien, obwohl diese Länder zur Zeit ebenfalls mit der Nervosität der Finanzmärkte zu kämpfen haben. Vollständige Studie


Keine Angst vor Arbeitnehmern aus der EU

Job

Die Integration der europäischen Arbeitsmärkte hatte bislang weitgehend ohne Deutschland stattgefunden. Als letztes Land der EU-15 musste Deutschland zum 1. Mai 2011 seinen Arbeitsmarkt für Arbeitskräfte aus fast allen mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern öffnen. Die mögliche Zuwanderung wurde bislang als akute Gefahr für die deutschen Arbeitnehmer angesehen, denen Lohndumping und Arbeitslosigkeit drohe. Der Gedanke an flächendeckende Mindestlöhne als Bollwerk gegen eine Überflutung des deutschen Arbeitsmarktes mit „Billiglöhnern“ aus dem Osten lag daher nahe. Die Kieler Ökonomen Hans H. Glismann und Klaus Schrader zeigen in ihrem aktuellen Beitrag für die Mai-Ausgabe der Zeitschrift „Wirtschaftsdienst“, dass Deutschland die Chancen der Arbeitnehmerfreizügigkeit nutzen und den europäischen Wettbewerb um knappe Fachkräfte annehmen sollte. mehr...


Insolvenzregeln für Banken, nicht für Staaten

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Sind die Maßnahmen des Europäischen Stabilitätsmechanismus geeignet, Schuldenkrisen wie die in Griechenland und Portugal künftig zu verhindern? Eindeutig nicht, denn private Investoren profitieren nach wie vor von den hohen Zinsen der notleidenden Staatsschuldtitel, ohne angemessen an den Ausfallrisiken beteiligt zu sein. Ein anreizeffizienter Krisenmechanismus sollte eine substantielle Umschuldung vorsehen, die von wirksamen Insolvenzregeln für systemische Banken flankiert wird, schreibt IfW-Experte Henning Klodt in einer neuen Studie. mehr...


Vorratslager für Seltene Erden: Eine Aufgabe für die Wirtschaftspolitik?

 

Seltene Erden sind nicht nur seit Aufkommen der Debatte um die chinesische Exportverknappung allgegenwärtig, sie werden in der Produktion zahlreicher Hochtechnologieprodukte eingesetzt. In ihrem Beitrag gehen die Autoren David Bencek, Henning Klodt und Wilfried Rickels der Frage nach, ob sich die europäische Wirtschaft in einer strategischen Abhängigkeit von marktmächtigen Anbietern für die Metalle der Seltenen Erden befindet, die eine industriepolitische Gegenwehr angezeigt erscheinen lassen könnte. mehr...