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31.07.2014
 
 
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Zentrum Wirtschaftspolitik

Deflation bremst den Konsum – eine fragwürdige These

Shopping © jonasginter - Fotolia.com

Die Diskussion über Deflationsgefahren in Europa wird mit einem zweifelhaften Argument geführt. Die gängige These, fallende Preise dämpften die gesamtwirtschaftliche Nachfrage auf lange Zeit, weil Konsumenten ihre Käufe in Erwartung weiter sinkender Preise aufschöben, lässt sich nach einer neuen Studie des Zentrums Wirtschaftspolitik des Kieler Instituts für Weltwirtschaft empirisch nicht stützen. mehr...


Kalte Progression erschwert Finanzplanung der Länder

der Aufschwung kommt © BeTa-Artworks - Fotolia.com

Die Prognosen des Arbeitskreises Steuerschätzungen sind nicht nur für den Bund, sondern auch für die mittelfristige Finanzplanung der Länder eine unverzichtbare Informationsgrundlage. Doch scheinen die mittelfristigen Prognosen der Steuerschätzer systematisch verzerrt zu sein: Die Steuerquoten werden überschätzt, so dass die Länder mehr Mittel einplanen als ihnen letztendlich zur Verfügung stehen. Jens Boysen-Hogrefe, der Finanzexperte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, zeigt in seinem neuen Kiel Policy Brief 78, dass diese Problematik im Zusammenhang mit der „kalten Progression“ zu sehen ist. Deren Beseitigung würde heimliche Steuererhöhungen vermeiden und zudem bei den Ländern für eine höhere Planungssicherheit sorgen. mehr...


Sozialversicherung vor roten Zahlen

Geld 310 © K.-U. Häßler - Fotolia.com

Der Kieler Finanzexperte Alfred Boss erwartet auf Grundlage einer Analyse der Finanzsituation der deutschen Sozialversicherung, dass diese 2015 ins Defizit rutschen wird. In seinem neuen Kiel Policy Brief 77 stellt er fest, dass sich die Finanzlage der Sozialversicherung schon im Jahr 2013 deutlich verschlechtert hatte. Trotz guter Konjunktur dürften die Sozialkassen aufgrund teurer Politikmaßnahmen und als Preis für die Konsolidierungserfolge des Bundes ab 2015 wieder rote Zahlen schreiben. mehr...


Gefährliche Abhängigkeiten im deutschen Russlandgeschäft?

puzzles of stacked flags © rommma - Fotolia.com

Seit der russischen Annexion der Krim und der Verschärfung der Ukraine-Krise wird unter westlichen Regierungen eine Ausdehnung der Sanktionen gegen Russland diskutiert. Aber in welchem Maße wäre die deutsche Wirtschaft negativ betroffen, wenn es zu Einschränkungen in den Handels- und Investitionsbeziehungen mit Russland käme? Dieser Frage sind die Kieler Ökonomen Claus-Friedrich Laaser und Klaus Schrader vom Institut für Weltwirtschaft in ihrem jüngsten Artikel für die Zeitschrift “Wirtschaftsdienst” nachgegangen. Ihr Ergebnis: Deutsche Exporteure würden in der Tat kurzfristig spürbare Einbußen hinnehmen müssen, doch ist der Russlandhandel, wie auch für die EU insgesamt, zumeist von begrenzter Bedeutung und auf den Weltmärkten bieten sich häufig Kompensationsmöglichkeiten. Auch die Kapitalverflechtungen mit Russland haben ein eher geringes Gewicht. Störungen bei den russischen Gaslieferungen wären ein gravierenderes Problem. Aufgrund der russischen Abhängigkeit von Einnahmen aus dem Rohstoffgeschäft und von technologieintensiven Importen aus dem Westen würde die schon kriselnde russische Wirtschaft allerdings in noch stärkerem Maße leiden. mehr...


Die Gefahren monetärer Expansion für die öffentlichen Haushalte

money © Chobe / photocase.com

Die aktuelle Niedrigzinsphase stellt die Finanzpolitik vor besondere Herausforderungen. Sollte es zu einem monetär induziertem Boom kommen, besteht die Gefahr, dass die Lage der öffentlichen Haushalte überschätzt wird. In seinem neuen Kiel Policy Brief 475 zeigt Jens Boysen-Hogrefe, der Finanzexperte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, wie die Finanzpolitik einer solchen Überschätzung entgegenwirken kann und welche Handlungsoptionen bestehen. mehr...


Der deutsch-russische Handel: eine Bestandsaufnahme

Moskau © gRaNdLeMuRieN - Fotolia.com

Aufgrund der Annexion der Krim-Halbinsel durch Russland werden seitens der europäischen und amerikanischen Politik auch Einschränkungen der Außenwirtschaftsbeziehungen mit Russland in Erwägung gezogen. Vor diesem Hintergrund führen Klaus Schrader und Claus-Friedrich Laaser vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) in ihrem neuen Kiel Policy Brief 73 eine Bestandsaufnahme des deutsch-russischen Außenhandels durch. Sie kommen zu den Ergebnis, dass Verluste im Russlandgeschäft für die deutsche Exportwirtschaft zwar schmerzhaft, aber in der Regel nicht existenzbedrohend wären. Problematischer wären hingegen Störungen beim Import russischen Gases. mehr...


Lettland: Fit für den Euro?

EU-Latvia

Vor dem Hintergrund der weiterhin schwelenden Krisen im Euroraum ist es bemerkenswert, dass Lettland als 18. EU-Mitgliedsstaat seit dem 1. Januar 2014 den Euro als Landeswährung eingeführt hat. In ihrem neuen Kieler Diskussionsbeitrag 532/533 untersuchen die Kieler Forscher Klaus Schrader und Claus-Friedrich Laaser, ob Lettland fit für den Euro ist. Nach den Erfahrungen aus der „Euro-Krise“ drängen sich folgende Fragen auf: Kann Lettlands Volkswirtschaft mit dem Euro zurechtkommen? Ist zu befürchten, dass Lettland zu einer weiteren Belastung für die Eurogruppe wird? Wie soll das Geschäftsmodell des neuen Euromitglieds Lettland aussehen? mehr...


Kaum Spekulation bei Rohstoffpreisen

Wall Street © Benjamin Haas - Fotolia.com

Die enormen Preisanstiege auf fast allen Märkten für Rohstoffe und landwirtschaftlichen Grunderzeugnisse werden in Politik und Öffentlichkeit mit der fortschreitenden Spekulationstätigkeit von Finanzinvestoren in Verbindung gebracht. Obwohl deren Aktivitäten auf Terminmärkten in den 2000er Jahren tatsächlich deutlich zugenommen haben, können in der Untersuchung der Kieler Ökonomen Karl Finger (CAU) und Stefan Reitz (IfW), erschienen als Kiel Policy Brief 71, jedoch keine preistreibenden Effekte identifiziert werden. Insofern scheinen Terminmärkte eher Wettbüros zu ähneln, die typischerweise keinen Einfluss auf den Ausgang eines Pferderennens haben. mehr...


Was steckt hinter den deutschen Exporterfolgen?

engineering @ Fedor Sidorov - Fotolia.com

Die deutsche Volkswirtschaft hat sich während der jüngsten Rezession und der anhaltenden europäischen Verschuldungskrise im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsstaaten als ausgesprochen leistungsfähig erwiesen. In ihrem neuen Kiel Policy Brief 69 untersuchen die Autoren Federico Foders (IfW) und Manuel Molina Vogelsang (Fraunhofer-Gesellschaft) die handels- und technologische Spezialisierung Deutschlands im Zeitraum 1990–2011. Ihre Ergebnisse bestätigen, dass die deutschen Exporterfolge vorrangig auf Qualitätsvorteilen bei Produkten mittlerer Technologieintensität basieren. mehr...


Die Legende von der Mietpreisexplosion

freedom © Valery Bareta - Fotolia.com

Im Rahmen ihrer Koalitionsverhandlung hat sich die neue Bundesregierung auf eine Mietpreisbremse verständigt, um der vermuteten Preisexplosion auf dem Wohnungsmarkt entgegenzuwirken. Entgegen dieser Einschätzung kommen die Kieler Forscher David Benček und Henning Klodt zu dem Ergebnis, dass die Nettokaltmieten in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten preisbereinigt sogar gesunken sind. Ihre regional disaggregierten Daten zu Angebotsmieten zeigen zudem, dass nur in einigen Kreisen stark ansteigende Preise zu beobachten sind. Sie berechnen, dass Bewohner dieser Kreise Pendelzeiten von durchschnittlich 30 Minuten in Kauf nehmen müssten, um starken Mietsteigerungen zu entgehen. mehr...


Lettland 18. Mitglied der Eurozone: Nicht nur Anlass zum Jubel

Vor dem Hintergrund der weiterhin schwelenden Krisen im Euroraum ist es bemerkenswert, dass Lettland als 18. EU-Mitgliedsstaat seit dem 1. Januar 2014 den Euro als Landeswährung eingeführt hat. Lettland sollte in der Eurozone als eine stabilitätsorientierte Volkswirtschaft herzlich willkommen sein. Doch bleiben Restzweifel, ob die Mitgliedschaft in einem Hartwährungsverbund den Aufholprozess des immer noch armen Lettlands optimal unterstützen kann, schreiben Klaus Schrader und Claus-Friedrich Laaser in ihrem neuen Beitrag in der Reihe IfW-Fokus. mehr...


Griechenland wieder auf Kurs?

Piggy Bank with Greece Flag @ luismmolina – iStockphoto

In ihrem Kiel Policy Brief 68 beantworten die IfW-Forscher Klaus Schrader, David Benček und Claus-Friedrich Laaser die Frage, ob in Griechenland die schlimmste Krise überwunden ist und die Regierung beim Sparen und Reformieren „geliefert“ hat. Sie analysieren zudem, ob die bisherigen Hilfsmaßnahmen der internationalen Gemeinschaft ausreichen, um Griechenlands Schuldentragfähigkeit wieder herzustellen. Vor dem Hintergrund ihrer Analyse unterbreiten sie Vorschläge zur Beschleunigung des Reformprozesses und zur Lösung des Schuldenproblems. mehr...


Probleme des Landerwerbs in Afrika

OGM © Frederic Bos - Fotolia.com

Der Erwerb ausgedehnter Landflächen in Afrika südlich der Sahara durch internationale Investoren ist zur Zeit eines der am kontroversesten diskutierten entwicklungspolitischen Themen, das jetzt im Kiel Policy Brief 67 aufgegriffen wird. Auf der Basis eigener ethischer und ökonomischer Forschung sowie detaillierter Fallstudien in Kenia, Mali und Sambia kommen die Autoren Linda Kleemann, Jann Lay, Kerstin Nolte, Konrad Ott, Rainer Thiele und Lieske Voget-Kleschinof zu dem Ergebnis, dass der Landerwerb für die lokale Bevölkerung unter den vorherrschenden Rahmenbedingungen weit mehr Risiken als Chancen bereithält. Sie formulieren Handlungsempfehlungen für die afrikanischen Regierungen, die Investoren und die internationale Staatengemeinschaft, die zu einem günstigeren Verhältnis der Chancen und Risiken beitragen können. mehr...


Baustelle Europa – Subsidiarität als Konstruktionsprinzip

European flags © Jorisvo – iStockphoto

Die Europäische Union gleicht zunehmend einer großen Baustelle, auf der eifrig gewerkelt wird, auf der aber niemand einen Plan zu haben scheint, wie das Bauwerk letztendlich einmal aussehen soll. Als Konsequenz hat sich, wie sich an den Ergebnissen des „Eurobarometers“ ablesen lässt, das Image der EU in den Augen seiner Bürger in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. In diesem Beitrag wird argumentiert, dass die europapolitischen Entscheidungsträger das in den EU-Verträgen verankerte Subsidiaritätsprinzip wieder stärker zur Geltung bringen sollten. Dieses Prinzip wird hier aus der Theorie des fiskalischen Föderalismus abgeleitet und anschließend auf die verschiedenen Politikbereiche in Europa angewendet. Wirtschaftspolitische Blätter 60 (2): 271–284.


Subventionsbericht: Die halbe Wahrheit

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Der soeben erschienene 24. Subventionsbericht der Bundesregierung ist recht unvollständig, kommentiert Henning Klodt in der Zeitschrift „Wirtschaftsdienst“. Der Bericht beziffert die insgesamt an Unternehmen gewährten Subventionen für das Jahr 2012 auf insgesamt 44,2 Mrd. €. Nach dem Kieler Subventionsbericht dagegen betragen die Subventionen an Unternehmen rund 92 Mrd. €. Darüber hinaus erfasst der Kieler Subventionsbericht staatliche Leistungen zugunsten von Privathaushalten und Organisationen ohne Erwerbszweck, soweit sie die Produktionsstrukturen verzerren. Solche Zahlungen werden von uns als Subventionen in erweiterter Abgrenzung deklariert. In dieser erweiterten Abgrenzung ergibt sich sogar eine Gesamtsumme von fast 170 Mrd. €. Wirtschaftsdienst 93 (9): 582.


Zypern ohne Geschäftsmodell?

Zypern

Nur später als andere Euro-Krisenländer hat sich auch Zypern zu einem Schuldenstaat mit ungewisser Zukunft entwickelt. Für die Rettungshilfen der Euroländer musste der Inselstaat mit dem Verlust seines bisherigen Geschäftsmodells einen hohen Preis entrichten. In ihrem Beitrag für die Augustausgabe der Zeitschrift „Wirtschaftsdienst“ analysieren die Ökonomen David Bencek (IfW Kiel), Bianka Dettmer (Universität Jena) und Klaus Schrader (IfW Kiel) die Ursachen der zyprischen Krise und zeigen, wie die Insel wieder Tritt fassen kann. mehr...


Fracking bedroht Klimaschutz

Fracking © Trueffelpix - Fotolia.com

Die IfW-Experten Ruth Delzeit, Gernot Klepper und Mareike Lange zeigen in Ihrem neuesten Kiel Policy Brief 64, dass der Ausbau von Fracking möglicherweise gravierende Folgen für die globale Klimapolitik hat. Ihre Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die Gewinnung von Erdgas und Erdöl durch das „Fracking“- Verfahren zu einer Stagnation oder sogar zu einem globalen Verfall der Energiepreise führen kann, was eine Einigung der Staatengemeinschaft über einen effektiven Klimaschutz drastisch erschweren könnte. mehr...


Kieler-Krisen-Kompass: Ein Gesamtpaket zur Überwindung der Krise im Euroraum

Um die Krise im Euroraum zu lösen, müssen sowohl die Weichen für eine dauerhaft funktionsfähige Wirtschaftsordnung im Euroraum gestellt werden als auch den Krisenländern die nötigen Spielräume für die Bewältigung ihrer akuten Probleme verschafft werden. Die Richtung eines solchen Programms, das als wirtschaftspolitische Brücke zwischen kurzer und langer Frist gelten kann, gibt der Kieler-Krisen-Kompass vor, der jetzt als Kiel Policy Brief 58 veröffentlicht wurde. „Die Politik hat sich im Dschungel möglicher Rettungs­maß­nahmen verfangen. Der Kieler Krisenkompass weist ihr die Richtung, die aus dem Dschungel herausführt“, betont IfW-Präsident Dennis J.Snower. mehr...