Sections
Personal tools
19.05.2013
 
 
Document Actions

Geldpolitik der Zukunft: vertieftes Monitoring und global koordiniert

ges-leiste.jpg


 ges_logo.jpg Medieninformation vom 4. März 2013


Zentrale Ergebnisse des Global Economic Symposiums jetzt veröffentlicht


Zentralbanken sollten ihr Monitoring im Bereich der makroprudenziellen Finanzmarktpolitik vertiefen, um frühzeitig den Aufbau nichttragfähiger Finanzierungspositionen zu identifizieren. Dabei sollten sie ihren Fokus verstärkt auf sektorale Kreditaggregate und Geldmengen richten. Instrumente der makroprudenziellen Finanzmarktpolitik könnten angewandt werden, um den Aufbau exzessiver Risiken im Finanzsektor zu verhindern.

Sollten im Zuge einer Krise die Finanzmarktstabilität gefährdet sein, sind die Zentralbanken gefordert, rasch zu handeln und auch unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen zu implementieren. Diese Maßnahmen sollten jedoch strikt krisenkonditioniert sein, damit sich die Zentralbanken mittelfristig ausschließlich auf die Wahrung der Geldwertstabilität konzentrieren können.

Darüber hinaus sollten Zentralbanken einen multilateralen Ansatz verfolgen, etwa indem geldpolitische Entscheidungen in Absprache mit anderen Zentralbanken erfolgen. Um dieses zu koordinieren, bietet sich eine weltweite geldpolitische Autorität, wie etwa die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), an.

Dies sind einige der zentralen Ergebnisse des Global Economic Symposiums (GES) 2012, die jetzt in den Global Economic Solutions 2012/13 veröffentlicht wurden.

Die internationale Gruppe von Experten und Entscheidungsträgern auf dem GES, zu der Charles Goodhart, emeritierter Professor der London School of Economics, der argentinische Ökonom Pablo E. Guidotti sowie der brasilianische Ökonom Carlos G. Langoni gehören, greift mit diesen Lösungen sehr aktuelle Diskussionen auf, wie sie beispielsweise auch auf der diesjährigen Tagung (4.–6. Januar, San Diego) der American Economic Association geführt werden. Auch Stanford-Ökonom John Taylor rief dort zu mehr und besserer Koordination der Geldpolitik auf (www.aeaweb.org/aea/2013conference/program/retrieve.php?pdfid=533 ).

Die renommierte Gruppe beim Global Economic Symposium betont in ihrer Analyse, dass es besonders wichtig sei, dass die Zentralbanken in Zeiten außerordentlicher Krisenereignisse mit einer raschen Umsetzung liquiditätszuführender Maßnahmen die Finanzmarkstabilität sichern. Mittelfristig sollte die Hauptaufgabe jedoch die Wahrung der Geldwertstabilität bleiben. Daher sollten Zentralbanken ihre Transparenz erhöhen und offen kommunizieren, welche Maßnahmen ausdrücklich der Wahrung der Finanzmarktstabilität dienen und über ihre eigentliche Aufgabe, die Wahrung der Preisstabilität, hinausgehen.

Darüber hinaus hat die Finanzkrise gezeigt, dass bei Entscheidungen, die von globaler Tragweite sind und merkliche Auswirkungen auf das weltweite Währungsgefüge haben, eine Koordination über Ländergrenzen hinweg notwendig ist. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, so die Experten, könnte zu einer weltweiten geldpolitischen Autorität ausgebaut werden, die den Zentralbanken bei wichtigen Entscheidungen zur Seite steht, koordiniert und unkonventionelle Maßnahmen begleitet.

Global Economic Solutions 2012/13

Organisiert wurde das Global Economic Symposium (GES) 2012 vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) und der Bertelsmann Stiftung, in Kooperation mit der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) und in Zusammenarbeit mit der Fundação Getulio Vargas (FGV). Das GES 2013 findet vom 1.–2. Oktober 2013 in Kiel statt.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.global-economic-symposium.org und auf dem offiziellen GES-Blog unter blog.global-economic-symposium.org.

Folgen Sie uns:
https://twitter.com/The_GES
https://www.facebook.com/Global.Economic.Symposium

Ansprechpartner: Dr. Willi M. Scholz